Cookie Mußmann ist seit Jahren fester Bestandteil der Halterner Kulturszene. © Jürgen Wolter
Kulturecke

Dirk „Cookie“ Mußmann: „Ich wollte immer ein Rockstar werden.“

Halterns Kulturszene ist vielfältig. In der Rubrik „Kulturecke“ geben wir lokalen Künstlern, Bands und Musikvereinen eine Plattform. Heute: Cookie Mußmann.

Wenn „Cookie“ Mußmann die Rekumer Straße herunter schlendert, bleiben die Leute unweigerlich stehen. Seine etwas schlaksige Art, seine Brille und die unverwechselbaren langen roten Haare bilden einen gewissen Wiedererkennungswert. Aber vielmehr werden sich die Menschen auf der Straße mit einem inneren Seufzer an so manch ausgelassene Feier oder Veranstaltung erinnern, auf der Cookie mit seiner gnadenlos rauchigen Stimme ihnen so manche Rockballade entgegenschleuderte.

Durchgeschwitzt und mit zerzaustem Haar nimmt er den Platz auf der Bühne ein und die Herzen der Zuhörer gefangen. Wenn die Halterner unseren „Bryan Adams des Ruhrgebietes“ so sehen, würde man nicht glauben, dass er bis zur B-Jugend beim TUS Haltern im Mittelfeld als Stratege die Fäden gezogen hat. „Lang lang ist das her“, lacht Cookie. „Ich habe Fußballspielen geliebt. Ich habe letztens noch unseren alten Trainer, Detlef Püthe, angerufen und mit ihm über alte Zeiten geplaudert. Aber irgendwann musste ich mich entscheiden: Musik oder Fußball.“ 1985 hängte er die Fußballschuhe an den Nagel und fuhr mit seiner Band „Cookie and the Iceman“ erste Erfolge ein. Die Jugendzeitschrift Pop Rocky schrieb damals von einem neuen Stern am deutschen Rockhimmel. „Ich wollte immer ein Rockstar werden. Habe diesem Traum alles untergeordnet“, erzählt er.

Cookie Mußmann traf in seinem Leben als Musiker auch schon auf Carl Carlton (M.)
Zu den besonderen Konzerten zählte auch der Auftritt als Special Guest bei „Carl Carlton & the Songdogs“. © privat © privat

Die Frage, wie es zu dem Namen Cookie kam, reißt ihn aus seinen Gedanken und er fängt herzhaft an zu lachen. „Hey, in meinem Pass steht Dirk Hugo. Die anderen Bandmitglieder meinten, mit so einem Namen wird das nichts in Amerika und weil ich der Jüngste und damals noch der Kleinste war, tauften sie mich Cookie, wie den Keks. Dabei ist es geblieben.“ Groß denken, Träume leben und sich ausprobieren, dass ist Cookies Lebenseinstellung. Dabei hat er die Bodenhaftung nie verloren: sein Bezug zu Haltern, seine soziale Art.

Support Act für Wolfgang Petry

Nach dem Abitur arbeitete er eine Zeit im Altenheim, studierte dann ein Jahr lang Sozialpädagogik. Bevor er sich schließlich komplett auf die Musik konzentrierte. Es folgten verschiedene Produktionen mit renommierten Musikern wie Jürgen Fritz (Ex-Triumvirat) oder Hermann Rarebell (Scorpions). Bei der „Rudi Carrell Show“ begleitete er zahlreiche Imitatoren. Mit der Band „Moonbeats“ spielte er einen Support Act für Wolfgang Petry. Aber auch außerhalb Deutschlands sammelte Cookie musikalische Erfahrung. In Shanghai bestritt er mit „Judy Weiß“ und anderen berühmten Künstlern den „1. Deutschen Gala-Ball“. Cookie zieht an der Zigarette und legt sie kurz in den Aschenbecher, dann schnappt er sich seine Gitarre und spielt ein paar Akkorde. Er legt die Gitarre wieder weg. „Das war ne geile Zeit.“

Mit den „Moonbeats
In Shanghai bestritt er mit „Judy Weiß“ und anderen berühmten Künstlern den „1. Deutschen Gala-Ball“. © privat © privat

Viele Weggefährten von damals begleiten Cookie auch heute noch freundschaftlich, so zum Beispiel Steffie Stephan, Mitbegründer und musikalischer Direktor von Udo Lindenbergs Panikorchester. „Es gibt so manche Anekdote zu erzählen,“ lächelt Cookie, „Einmal waren wir mit Peter Maffay und Steffi Stephan zusammen im Studio. Der eine so groß und der andere so klein. Das war immer ein Gezeter beim Einstellen der Mikrophon-Höhe.“

Seit mehr als 25 Jahren ist er nun mit seiner Band „Cookie and friends“ unterwegs. Er schwelgt in Erinnerungen, weil die Gegenwart gerade nicht sehr rosig ist. „Eins muss ich ganz deutlich sagen. Meine Mutter ist über achtzig und gehört zur Risikogruppe. Es ist ganz wichtig, dass wir uns alle vernünftig und regelkonform verhalten, aber für uns Musiker bricht gerade die komplette Existenz weg. Einem Musiker das Singen zu verbieten ist das schlimmste was man machen kann.“

Zusammenarbeit mit Detlev Jöcker

Er selbst hält sich mit Gitarrenunterricht über Wasser. „Ich bin so froh, dass ich an der Musikschule Kilp mit meinen Schülerinnen und Schülern arbeiten darf.“ Wie sehr Cookie es liebt, mit jungen begeisterungsfähigen Menschen zu arbeiten sieht man an seiner Zusammenarbeit mit Detlev Jöcker, einem bekannten Komponisten und Sänger von Kinderliedern. Cookie arbeitete mit ihm an der Kinder-CD „Sauseschritt Pop“. Was rät Cookie seinen jungen Schülerinnen und Schülern?

Cookie mit seiner Band
Cookie mit seiner Band © privat © privat

„Ehrlich sein“, schießt es aus ihm heraus. „Ehrlich zu sich selbst und wenn man Mist gebaut hat, dann auch dazu stehen. Nur das hilft, um sich nie von seinem Weg abbringen zu lassen.“ Cookie drück die Zigarette aus, schnappt sich erneut seine Gitarre und spielt zwei, drei Akkorde. „Let the good times roll“, sagt er. Dann nimmt er mit seiner rockigen Stimme mich und das Kellerstudio gefangen. „Egal was kommt, immer weiter machen“, nennt er zum Abschluss seine Devise.

Mehr Infos unter: www.cookie-and-friends.de

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