Eine Schülerin der dritten Klasse arbeitet an ihrem Schreibtisch, während ihr Zeugnis auf ihrem Schreibtisch liegt (gestellte Szene). Der digitale Distanzunterricht funktioniert an Halterns Grundschulen häufig schon ganz gut. © picture alliance/dpa
Schulumfrage

Digital-Unterricht: Eltern geben Halterns Grundschulen gute Noten

Erfahrungen, Enttäuschungen – und die Hoffnung, dass wir etwas daraus lernen: Wie Halterns Eltern die ersten Monate mit Digital-Unterricht erlebt haben, zeigt unsere Schulumfrage.

Seit dem 22. Februar findet in den Grundschulen, auch in Haltern, wieder Unterricht statt, wenn auch nicht in vollem Umfang, sondern in einer Art Wechselmodell. Bis dahin haben die Schulen auch Distanzunterricht angeboten beziehungsweise die Kinder mit Aufgaben für Zuhause versorgt.

Wie das gelaufen ist, haben wir in unserer nicht repräsentativen Schulumfrage die Eltern gefragt. Ein Großteil der Eltern, die an unserer Schulumfrage teilgenommen haben, hat Kinder im Grundschulalter. Von 38 Elternteilen beantworteten 34 die Frage nach der Jahrgangsstufe, 35 Prozent hatten Kinder in Klasse 1, der Rest teilte sich auf in 2., 3. und 4. Klasse (23, 23 und 18 Prozent).

Grundschulen schneiden besser ab

Das Ergebnis: Die Grundschulen schneiden in ihrer Bewertung durch die Eltern in der Corona-Pandemie durchschnittlich besser ab als die weiterführenden Schulen.

Den digitalen Unterricht der Lehrer bewerteten die Eltern der Grundschüler mit durchschnittlich 7 Punkten (1= sehr schlecht, 10= hervorragend). Das ist eine höhere Bewertung als im Gesamtschnitt, der bei durchschnittlich 6 liegt.

Malte Hohenstein aus Flaesheim kann die Ergebnisse der Umfrage nachvollziehen. Er kümmert sich seit Wochen um die Betreuung seiner Kinder beim „Homeschooling“. Nach leichten Startschwierigkeiten laufe der digitale Unterricht mittlerweile nahezu problemlos ab, sagt er. Seine beiden Kleinsten (7 und 10) gehen noch zur Grundschule. Die älteste Tochter (12) ist Schülerin am Halterner Gymnasium.

„Sie ist aufgrund ihres Alters schon selbstständig und kann die digitalen Anforderungen eigenständig lösen“, berichtet der Flaesheimer Familienvater. „Manchmal stehen bei ihr pro Tag bis zu vier Videokonferenzen auf dem Plan.“ Helfen müsse er ihr dabei kaum noch.

Fokus und Motivation

Beim digitalen Unterricht seiner jüngeren Kinder sei er dagegen mehr gefordert. „Ich glaube, dass der Fokus und die Motivation vieler Eltern bei der Grundschule noch ausgeprägter ist. Hier kann man als Elternteil einfach besser Hilfestellung leisten, nicht nur im Hinblick auf die Digitalisierung, sondern auch inhaltlich.“

Aufgefallen sei ihm, dass die Lehrer die Verteilung der Aufgaben mitunter noch unterschiedlich handhaben und kommunizieren. „Einige verschicken Aufgaben per Mail, andere per WhatsApp. Hier würde ich mir wünschen, dass die Lehrer einheitlich vorgehen, da man ansonsten schnell den Überblick verliert.“ Die Schulplattform Iserve biete sich dafür an und werde auch schon häufig dazu genutzt.

Unsere Umfrage ergab: Auch in der Grundschule war die Nutzung von Videokonferenz-Tools mit fast 86 Prozent das vorherrschende Hilfsmittel, gefolgt von Emails, Apps und Lernplattformen (jeweils knapp 70 Prozent). Vor der Corona-Pandemie wurden digitale Hilfsmittel laut Auskunft der Eltern selten bis nie eingesetzt. Von einer täglichen Nutzung berichten lediglich 11 Prozent der Befragten.

Positive Erkenntnisse nutzen und Digitalisierung weiterentwickeln

„Die Pandemie hat die Digitalisierung in den Schulen zuletzt deutlich beschleunigt“, findet auch Malte Hohenstein. „Im internationalen Vergleich haben wir in Deutschland aber auch enormen Aufholbedarf.“ Für die Zukunft wünscht er sich, dass man aus den Erfahrungen der vergangenen Wochen und Monate die positiven Erkenntnisse nutzt und die Digitalisierung in den Schulen weiterentwickelt.

Lob und Kritik gab es letztlich auch von den Teilnehmern unserer Umfrage. Ein Nutzer schrieb: „Der digitale Unterricht ist sehr unstrukturiert. Es gibt kein klares Konzept und jeder Lehrer handhabt es unterschiedlich. Würden die Eltern den Kindern bei der Organisation der Lerninhalte nicht helfen, wären sie aufgeschmissen.“ Ein anderer Nutzer sprach folgendes Lob aus: „Mein Kind hat sich um 70 Prozent verbessert. Homeschooling ist für sensible Kinder eine echte Chance.“

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Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte
Redakteurin
Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
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