Die letzten vier Bewohner des alten Gesundheitsamtes ziehen in der ersten Dezemberwoche aus. Dann steht das Haus leer. © Jürgen Wolter
Flüchtlingssituation

Die Stadt Haltern sucht Wohnungen für geflüchtete Großfamilien

Die Stadt hat in diesem Jahr 51 geflüchtete Menschen aufgenommen, zuletzt eine alleinstehende Frau aus der Türkei. Für Großfamilien sucht sie dringend Wohnungen.

In Haltern leben aktuell 750 geflüchtete Menschen. In den letzten Monaten kamen fünf Familien mit 21 Personen aus Angola, China, Irak und Syrien. Zuletzt nahm die Stadt eine alleinstehende Türkin auf. Die Aufnahmequote hat Haltern damit aber nicht erfüllt.

„Wir müssen noch 18 Personen aufnehmen“, gab Helmut Lampe, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales bei der Stadt, im Ausschuss Generationen und Soziales am 26. November einen Überblick. Wann tatsächlich die nächsten Flüchtlinge kommen, lasse sich nicht seriös beantworten, da viele Gemeinden und Städte in Nordrhein-Westfalen noch ein deutlich höheres Aufnahmedefizit aufwiesen.

Das alte Gesundheitsamt wird geräumt

165 Geflüchtete wohnen in städtischen Unterkünften am Lorenkamp, an der Wasserwerkstraße, 85 in 14 Wohnungen und drei Einfamilienhäusern, die die Stadt angemietet hat. Das alte Gesundheitsamt an der Schmeddingstraße wird gerade leer gezogen. Hier wohnen noch vier alleinstehende Männer, die aber in der ersten Dezemberwoche umziehen. Alle anderen Flüchtlinge haben eigene Wohnungen gefunden.

Helmut Lampe betonte, wie hilfreich die Unterstützung des Asylkreises und Caritasverbandes bei der Umsetzung eines dezentralen Unterbringungskonzeptes ist. „Es sorgt für mehr Zufriedenheit bei den Bewohnern und erhöht das Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit der eigenen Wohnung“, sagte Lampe.

In Coronazeiten haben sich kleine Wohnungen bewährt

Gerade auch angesichts der Corona-Pandemie könnten Quarantänebestimmungen für Menschen, die entweder selbst mit dem Covid-19-Virus infiziert waren (3) oder Kontakt zu infizierten Personen hatten, in den städtischen Unterkünften besser eingehalten werden. So verfüge jede Familie oder jede Wohngemeinschaft (maximal drei Personen) über eine eigene Wohnung mit separatem Zugang, Küche und Badezimmer.

Grundsätzlich bemüht sich die Stadt mit Caritas und Asylkreis, Geflüchtete in den privaten Wohnungsmarkt zu integrieren. Das ist nach Auskunft von Helmut Lampe schon ziemlich gut gelungen. Deshalb konnte die Stadt beispielsweise das Haus an der Recklinghäuser Straße an die Stadtwerke zurückgeben.

Doch die Suche geht weiter. Denn die Stadt benötigt dringend Wohnungen für Großfamilien mit acht bis zehn Personen. Helmut Lampe: „Diese zu finden, ist sehr schwierig. Aber wir hoffen im Sinne der Familien auf ein positives Ergebnis in den nächsten Monaten.“

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Redaktion Haltern
Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
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Elisabeth Schrief

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