Die Kirche erklärt, warum es kein Restaurant auf dem Annaberg mehr geben wird

dzPilgereinkehrstätte Annaberg

Die griechische Küche ist schon lange kalt und jetzt steht fest, dass die Pilgereinkehrstätte auf dem Annaberg als Gastronomie keine Zukunft mehr hat. Das Haus wird großzügig umgebaut.

Haltern

, 05.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zentralrendanturen der katholischen Kirchengemeinden Dorsten, Marl und Haltern am See haben sich zu einer neuen Verwaltungseinheit zusammengeschlossen und den Namen „Zentralrendantur in den Dekanaten Dorsten und Lippe“ gegeben. Die Rendantur St. Sixtus, noch im alten Pfarrhaus hinter der Sixtus-Kirche zu Hause, hat damit ihre Selbstständigkeit verloren.

Der zum 1. Januar 2019 gegründete „Verband der Katholischen Kirchengemeinden in den Dekanaten Dorsten und Lippe“ übernimmt nach der Fusion die Trägerschaft. Geschäftsführer ist Matthias Vennemann aus Dorsten. Noch ist der Verband heimatlos.

Votum für Standort Haltern

Aber nicht mehr lange. Ein paritätisch besetzter und vom Generalvikariat Münster moderierter Ausschuss hat abgestimmt und sich für Haltern als Standort der neuen Zentralrendantur entschieden. Die Verbandsversammlung wird Anfang Dezember abschließend darüber abstimmen. Dorsten und Marl buhlten ebenfalls um den Sitz, aber Haltern hatte ein attraktives Gebäude zu bieten. Und zwar an exponierter Stelle auf dem Annaberg. Dazu wird die ursprüngliche Absicht, für Besucher der Wallfahrtsstätte eine Gastronomie offen zu halten, endgültig zu den Akten gelegt. Aus der Gaststätte wird, so ist der Plan, ein Bürogebäude.

Die wichtigsten Aufgaben der Zentralrendantur

Der Verband führt die Kirchenkassen

Wesentliche Aufgabe des neuen Verbandes ist die Bildung einer Zentralrendantur. Die Aufgaben der Zentralrendantur werden in einer Geschäftsordnung geregelt.
  • Der Verband kann die ihm angehörenden Kirchengemeinden auf deren Verlangen auf dem Gebiet des Rechnungs-, Rechts-, Personal-, sowie des Bauwesens beraten und vertreten.
  • Der Verband führt die Kirchenkassen und die Gemeinschaftskassen der ihm angehörenden Kirchengemeinden.
  • Dem Verband werden die Aufgaben der allgemeinen Verwaltung des Vermögens in den ihm angehörigen Kirchengemeinden übertragen.
  • Der Verband hat die Befugnis, Rechte, namentlich auch an Grundstücken, zu erwerben und Verbindlichkeiten einzugehen.

„Wir werden das Haus weder vergrößern noch verkleinern, aber wir werden es umbauen“, kündigte Geschäftsführer Matthias Vennemann auf Nachfrage der Halterner Zeitung an. Die Bauvoranfrage sei bereits von der Halterner Bauverwaltung positiv beschieden worden. Wie viel Geld die Kirche in den Umbau steckt, wollte Vennemann nicht sagen. Wohl aber, dass die neue Zentralrendantur im Laufe des Jahres 2020 einziehen werde. Alle Mitarbeiter der Rendanturen Marl, Dorsten und Haltern werden dann an dem neuen Ort direkt neben der alten Wallfahrtskirche arbeiten.

Zur neuen Zentralrendantur gehören die Gemeinden St. Agatha Dorsten; St. Antonius und Bonifatius Holsterhausen; St. Paulus Hervest; St. Laurentius Lembeck; St. Matthäus Wulfen; St. Johannes der Täufer Kirchhellen; St. Sixtus Haltern am See; Heilige Edith Stein Marl und St. Franziskus Marl.

Gastronomie funktionierte nicht mehr

Die Pilgereinkehrstätte auf dem Annaberg steht seit Monaten leer. Im Super-Sommer 2018 zog ein griechischer Pächter ein. Anfangs liefen die Geschäfte prächtig, doch schon bald strich der Gastwirt die Segel. „Nur von Sommergästen können wir nicht überleben“, kommentierte er im April 2019 die Schließung von „Estia“ gegenüber der Halterner Zeitung. Gleichzeitig kündigte er einen Nachfolger an. Aber der, ebenfalls ein Grieche, kam erst gar nicht zum Annaberg.

Seither standen die 1995 eingeweihte und damals fünf Millionen DM teure Gaststätte und die zwei Wohnungen im Haus leer. Aufgrund der schlechten Erfahrungen auch in den Jahren zuvor, tat sich der Kirchenvorstand schwer, das Objekt weiterhin als gastronomischen Betrieb zu verpachten. Er dachte über eine Alternative nach - und die scheint jetzt gefunden.

Lesen Sie jetzt