Die Kaufmannschaft braucht Verlässlichkeit und Perspektiven

Meinung

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen schicken Bund und Länder den Einzelhandel zurück in den Lockdown. Hat er das verdient? Ein Kommentar dazu.

Haltern

, 25.03.2021, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Einzelhandel muss wieder seine Türen schließen.

Der Einzelhandel muss wieder seine Türen schließen. © Jürgen Wolter

Der Einzelhandel sollte jetzt ganz starke Nerven haben. Zum wiederholten Mal müssen in Haltern und überall die Läden wieder schließen, kaum dass sie den Verkauf ihrer Waren wieder so richtig in Schwung bringen konnten. Dabei hatte sich seit dem 8. März die Terminbuchung unter dem Namen „Click and meet“ bestens bewährt. Die Kaufleute regelten den Einlass nach diesem Anmeldeverfahren und sorgten für Hygiene und Abstand. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Das hat wunderbar funktioniert. Das Shoppen in großer Entfernung zum nächsten Kunden mit einer völlig entspannten Verkäuferin oder einem genauso gelassenen Verkäufer waren ein ganz neues Erlebnis mit dem Potenzial für Glücksgefühle. Ich fühlte mich absolut wohl und sicher.

Ja, es sind nicht alle in der Innenstadt mit Vernunft unterwegs. Und nein, mit Corona ist nicht zu spaßen. Aber die Kaufleute brauchen Verlässlichkeit und Perspektiven, sie müssen wirtschaften können, weil davon auch die Kraft einer Stadt wie Haltern abhängt. Die Politik rudert hin und her, ohne nach 13 Monaten jubelnd die Ziellinie zu erreichen. Wer will jetzt Wahlkampfgetöse von Maß und Mitte hören? Haben die Agierenden, die jeden Monat verlässlich ihr Geld auf dem Konto haben, die Basis aus dem Blick verloren? Für das ständige Auf und Ab brauchen die Kaufleute und ihre Mitarbeiter Nerven wie Drahtseile. Aber die Seile hängen mittlerweile durch.

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