Meinung

Die Halterner Natur braucht Schutz: Keine freie Fahrt für Bleifüße

Die Klimadebatte in Verbindung mit dem Streit um Tempolimits ist neu entflammt. Es geht nicht nur um Erderwärmung und Gletscherschmelze. Das Schützenswerte liegt direkt vor Halterns Toren.
Die Lippeauen - hier östlich der Autobahn A 43 - zählen als Natura-2000-Gebiet zur EU-weit höchsten Schutzkategorie. © Hans Blossey

Kurz vor der Bundestagswahl fordert ein Bündnis aus Umwelt- und Verkehrsverbänden ein bundesweites Tempolimit. Mit Tempo 120 auf der Autobahn, Tempo 80 außerorts, Tempo 30 in der Stadt ließen sich bis 2034 bis zu 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen, heißt es. Bei der Forderung wird es wohl bleiben. Dabei wären Geschwindigkeitsbegrenzungen auch für die Stadt Haltern und ihre Bürger von immenser Bedeutung.

Haltern hat mit den ehemaligen Truppenübungsplätzen in Lavesum und Borkenberge, der Heubachniederung und den Lippeauen gleich mehrere FFH-Gebiete. Diese von der EU streng geschützten Landschafts-, Natur- und Vogelschutzgebiete mit ihrer biologischen Vielfalt sind für Haltern und darüber hinaus extrem wichtig. Für die Menschen hier bilden sie eine wichtige Lebensgrundlage.

Laut Klima-Experten sind aber bundesweit bereits 80 Prozent dieser Flächen in schlechtem Zustand. Für eine Besserung werden die 850 Autobahn-Kilometer, die bis 2030 in Deutschland gebaut werden sollen, nicht sorgen.

Niemand will sich gängeln lassen, schon gar nicht, wenn er hinter dem Lenkrad sitzt. Aber: Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif, auch nicht für Autofahrer.

Keine Frage: Für Bleifüße darf es keine freie Fahrt geben. Klimaschutz fängt bei jedem einzelnen an.

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