Die essbare Stadt - Wir zeigen Ihnen, wo Sie in Haltern alles von Äpfeln bis Beeren finden

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100 Kilo Äpfel und Zwetschgen haben Mechthild Gerding und Dagmar Huesmann dieses Jahr schon in Haltern gesammelt. Und das kostenlos. Wir zeigen Ihnen, wo Sie in Haltern was sammeln können.

Haltern

, 21.09.2019, 12:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich ist alles da“, sagt Mechthild Gerding, während sie mit Dagmar Huesmann und Bernd Drüppel auf der Streuobstwiese neben der St.-Lambertus-Kirche sitzt und ihren heißen Zwetschgen-Apfel-Crumble auf Teller verteilt und selbstgepressten Apfelsaft ausschenkt. Die Zwetschgen sind von dem alten Baum nur ein paar Meter von den alten Holzstühlen entfernt, auf denen die drei Lippramsdorfer sitzen und überlegen, warum sie sich für das Streuobstsammeln stark machen. Und auch selber sammeln.

Auf der ehemaligen Wiese wachsen Zwetschgen- neben Birnen-, Mirabellen-. Kirsch- und Apfelbäumen. Darunter sind auch alte regionale Sorten wie die Dülmener Rose. „Das Stück lag brach, deshalb sind wir auf die Kirche zugegangen und haben gefragt, ob die Wiese zu pachten sei“, erinnert sich Mechthild Gerding an die Anfänge der Streuobstwiese 2015.

An diesen Stellen in Haltern finden Sie kostenloses Obst, Beeren und Nüsse

Seither haben die Lambertus-Schule, die DRK- und die Lambertus-Kitas und Privatpersonen Patenschaften für die angepflanzten Bäume übernommen. „Jeder Baum gehört zu jemandem“, sagt Mechthild Gerding. Dabei sei die Nachfrage viel größer gewesen, als es Bäume gab, die einen Paten suchten. Neben den Bäumen hat ein Imker auf der Wiese sein Bienenvolk in einem Schaukasten für die Besucher ausgestellt. Bis die jungen Bäume ordentlich Früchte tragen, dauert es wohl noch ein paar Jahre.

Überall in Haltern gibt es dagegen bereits reife Nüsse, Äpfel, Beeren oder Holundersträucher, an denen sich die Bürger bedienen können: Wie die Kornelkirschen und die Brombeeren am Parkplatz am Römermuseum, die Birnen- und Apfelbäume zwischen Sixtusstraße und Westuferpark oder die Walnussbäume am Hennewiger Weg. „Es hängt alles vor der eigenen Nase“, sagt Dagmar Huesmann. Trotzdem ginge man immer noch in den Supermarkt, um dort dasselbe Obst zu kaufen. Gleichzeitig stelle sie aber auch fest, dass immer mehr Menschen wieder ein stärkeres Bewusstsein für ihr Essen entwickelten.

Wenn auch Sie sich im Streuobst-Pflücken probieren wollen: Hier in Haltern finden Sie öffentlich zugängliches Streuobst, Nüsse und Beeren:

Augen offen halten und im Zweifel einfach fragen

Neben Walnüssen, Buchäckern, Esskastanien und Holunderbeeren hat der Apfel derzeit Konjunktur - wie etwa der Boskop, sagt Dagmar Huesmann. „Ein Glück ist das Sammeln, das andere ist das Probieren“, sagt Mechthild Gerding. Die Kunst sei es, rechtzeitig aufzuhören, um die Ernte auch noch nach Hause zu bekommen, sagt die Lippramsdorferin und lacht.

Neuen Sammlern empfiehlt Mechthild Gerding, die Augen offen zu halten und, wenn man auf einen vollen Obstbaum treffe, im Zweifel einfach den Besitzer zu fragen, ob man pflücken darf. Solange sich der Baum nicht auf einem öffentlichen Gelände befindet. Denn oft reife Streuobst einfach vor sich hin, ohne dass jemand die Früchte sammele. Wie in einem Schrebergarten in Marl-Sickingmühle. „Johannisbeeren, Stachelbeeren, Äpfel, Mirabellen, Pflaumen - da hängt alles voll“, sagt Dagmar Huesmann.

Die essbare Stadt - Wir zeigen Ihnen, wo Sie in Haltern alles von Äpfeln bis Beeren finden

Mit der Apfelpresse des Heimatvereins pressen die Mitglieder ihren eigenen Apfelsaft. Die Presse kann von jedem gegen eine Gebühr ausgeliehen werden. © Privat

Aber was tun mit dem ganzen gesammelten Obst? Der Heimatverein Lippramsdorf hat sich eine Apfelpresse angeschafft, mit der jeder gegen eine Gebühr von 25 Euro pro Ausleihe (Mitglieder 10 Euro) aus den eigenen Äpfeln Saft pressen kann. Eine Alternative: Einfrieren. Wie Dagmar Huesmann, die in diesem Jahr rund zehn 10-Liter-Eimer Zwetschgen gesammelt hat. „Damit komme ich gut durch den Winter.“ Der Aufwand sei vielleicht manchmal hoch, sagt Dagmar Huesmann. Aber: „Den Geschmack kriegt man so woanders nicht.“

Wer sich auf der Streuobstwiese in Lippramsdorf einbringen möchte, ist herzlich eingeladen. Weitere Infos gibt es bei Mechthild Gerding (Tel. 02360/10029) oder Dagmar Huesmann (Tel. 02360/840). Besucher sind darüber hinaus jederzeit eingeladen, die Streuobstwiese zu betreten und sich umzuschauen. www.heimatverein-lippramsdorf.de
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