Smartwatches für Kinder verfügen teilweise über Funktionen, die im Schulalltag zu Konflikten und datenschutzrechtlichen Problemen führen können. © picture alliance / dpa
Elternbrief

Deshalb sind an einer Halterner Grundschule nun Smartwatches verboten

Smartwatches tauchen immer häufiger auch am Handgelenk von Kindern und Jugendlichen auf. Schüler einer Halterner Grundschule sollen die Uhren in Zukunft zu Hause lassen.

Seit einiger Zeit verdrängen sogenannte Smartwatches immer mehr die klassische Armbanduhr. Mittlerweile sind auch eine Vielzahl speziell für Kinder und Jugendliche entwickelte Modelle auf den Markt gekommen. Sie stellen unsere Schulen im Alltag jedoch auch vor Probleme.

„Smartwatches für Kinder verfügen teilweise über Funktionen, die im Schulalltag zu Konflikten und datenschutzrechtlichen Problemen führen können. Auch aus pädagogischer Sicht halten wir diese Uhren nicht für sinnvoll“, sagt Martin Blißenbach, Leiter der Heideschule, die seit 2018 der Grundschulverbund der Ortsteile Flaesheim und Hullern ist. Mit einem Brief hat er sich nun an Eltern gerichtet und sie darum gebeten, dass die Kinder ihre Smartwatches künftig zu Hause lassen.

Satellitengestützte Ortungsfunktion

Mit einer Smartwatch erhält man alle Benachrichtigungen vom Smartphone gleich am Handgelenk. Neben einer satellitengestützten Ortungsfunktion enthalten manche Modelle mitunter sogar versteckte Mikrofone, die es ermöglichen, sämtliche Geräusche in der Umgebung der Smartwatch, insbesondere Gespräche, aufzuzeichnen.

Die Aufnahmen können entweder direkt auf der Smartwatch gespeichert werden oder durch Nutzung einer eingebauten Mobilfunkkarte direkt an ein Handy der Erziehungsberechtigten übertragen werden. Im November 2017 hat die Bundesnetzagentur den Verkauf derartiger Uhren verboten, weil es sich dabei um verbotene Abhörgeräte handelt.

Einige Smartwatches sind auch in der Lage, Fotos und Videos aufzunehmen. „Grenzen des Datenschutzes können hier schnell mal überschritten werden. Als Schulleiter möchte ich das Kollegium und die anderen Schülerinnen und Schüler davor schützen“, sagt Martin Blißenbach. Außerdem würden Smartwatches die Kinder auch vom Unterricht ablenken.

Nach eigenem Ermessen

Ob sie den Einsatz von Smartwatches – und auch Smartphones – dulden oder verbieten, können die Schulen jeweils nach eigenem Ermessen selbst entscheiden. „Einheitliche Regelungen geben wir nicht vor“, sagt Halterns Stadtsprecher Georg Bockey.

An den weiterführenden Schulen in Haltern gilt grundsätzlich die Regel, dass Smartwatches, aber insbesondere auch Handys während des Unterrichts „nicht sichtbar oder hörbar“ sein dürfen. „Bei Missachtung können die Geräte auch vorübergehend eingezogen werden“, sagt Dagmar Perret, Leiterin der Joseph-Hennewig-Schule.

Am Joseph-König-Gymnasium sind die Schülerinnen und Schüler ebenfalls angehalten, technische Geräte wie Smartwatches oder Smartphones nur in den Pausen, jedoch nicht im Unterricht oder bei Klausuren zu nutzen. „Beim Abitur können eingeschaltete Handys oder Smartwatches sogar als Täuschungsversuch ausgelegt werden“, warnt Schulleiter Ulrich Wessel. Diese Regel gelte mittlerweile in ganz NRW.

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Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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