Der Wolf ist in Haltern angekommen - Bestätigung vom Land NRW

dzWolf in Haltern

Der Wolf hat nun auch Haltern erreicht. Wie das Land NRW bestätigt, handelt es sich bei dem in einem Waldgebiet mehrmals gesichteten wolfsähnlichen Tier tatsächlich um einen Wolf.

Haltern

, 13.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv) hat am Mittwoch (13. Mai) einen Wolfsnachweis bestätigt. Dabei handelt es sich um das Tier, das mehrfach in dem Waldgebiet nahe dem Halterner Ortsteil Lavesum von einer Wildtierkamera erfasst worden war. Die Kamera des Halterners Mark Besten hatte die Fotos unter anderem am 9. März dieses Jahres geschossen.

Wie Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann auf Anfrage erklärte, wurde der Wolfsnachweis allerdings in den Kreis Borken, genauer: nach Reken verortet. Die GPS-Daten des Lanuv-Wolfsberaters, der den Kamera-Standort am 10. Mai überprüft hatte, hätten dies nahegelegt. „In unmittelbarer Nähe befindet sich aber bereits das Lavesumer Gebiet“, so Deitermann. Auch Mark Besten, der die Fotos an das Lanuv weitergeleitet hatte, war überrascht: „Ich dachte immer, dass ich mich auf Halterner Gebiet aufgehalten habe“, sagte der Naturfotograf. Die Bilder seien nördlich vom Ketteler Hof entstanden. Der Wolf war dort kurz vor Mitternacht in die Fotofalle geraten.

Aus Polen, Tschechien oder Niedersachsen eingewandert

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hatte die Aufnahmen geprüft und das auf dem Foto abgebildete Tier eindeutig als Wolf bestimmt, erklärte das Lanuv. Über den aktuellen Aufenthaltsort des Wolfs, die genaue Identität und sein Geschlecht sei nichts bekannt, hieß es weiter. Es ist gut möglich, dass er aus Polen, Tschechien oder Niedersachsen eingewandert ist.

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Fraglich ist bislang, ob das Tier auf der Durchreise ist oder hier in der Region sesshaft werden wird. Nach Meinung des Wolfsexperten Jos de Bruin sind die Lebensbedingungen in diesem Zusammenhang ganz entscheidend. Wenn der Wolf hier genügend Beutetiere finde und die Möglichkeit habe, sich vor den Menschen weitgehend zurückzuziehen, sei durchaus möglich, dass er bleibe.

Förderung von Präventionsmaßnahmen

Die Gemeinde Reken gehört ebenso wie die Stadt Haltern zur Pufferzone um das Wolfsgebiet Schermbeck. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den Förderungen geben die Bezirksregierungen. In Haltern ist die Bezirksregierung Münster zuständig.

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Grundsätzlich werden in NRW über die Förderrichtlinie Wolf auf der gesamten Landesfläche Haus- und Nutztierschäden entschädigt, bei denen der Wolf als Verursacher nachgewiesen wurde. Weitere entschädigungsfähige Kosten sind beispielsweise Tierarztkosten oder Zaun-Schäden. Weitere Informationen zur Förderrichtlinie Wolf gibt es beim Lanuv.

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