Der Graf von Westerholt wurde vor genau 100 Jahren ermordet

Schloss Sythen

Der Besitzer von Schloss Sythen, Graf Otto von Westerholt, wird vor 100 Jahren in den Waldungen seines Besitzes erschossen aufgefunden. Wer war der Täter?

Sythen

04.05.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dieser Gedenkstein vor Schloss Sythen erinnert an den Grafen von Westerholt und Gysenberg.

Dieser Gedenkstein vor Schloss Sythen erinnert an den Grafen von Westerholt und Gysenberg. © Förderverein Schloss Sythen

Es ist genau 100 Jahre her – am 2. Mai 1920 wurde der damalige Besitzer von Schloss Sythen, Graf Otto von Westerholt, in den Waldungen seines Besitzes erschossen aufgefunden.

„Der Mord erregt großes Aufsehen, da ein Racheakt von Sympathisanten der „Roten Ruhrarmee“ unterstellt wird. Haus Sythen lag zwischen den Fronten, im Niemandsland. Die Rote Armee war bis Haltern vorgedrungen, während die wenigen Reichswehrabteilungen im ehemaligen Kriegsgefangenenlager von Dülmen auf das Eintreffen von Verstärkungen warteten“, teilte Christine Baumeister-Henning, die erste Vorsitzende des Fördervereins Schloss Sythen, mit.

Erst im August 1925 wird durch Zufall der Täter entdeckt. Ein Druckereiangestellter aus Oldenburg, zur Tatzeit Reichswehrsoldat, war von dem Grafen für einen Wilderer gehalten worden. Als er ihn abführen wollte, erschoss ihn der Soldat. Der Mörder wird am 11. Dezember 1925 vom Schwurgericht Münster zum Tode verurteilt; die Revision wird am 25. März 1926 vom Reichsgericht verworfen.

Vor dem Tor von Schloss Sythen erinnert heute ein Gedenkstein an die grausige Tat. Er wird von den Mitgliedern der Rentnerband des Fördervereins Schloss Sythen regelmäßig mit einem schönen Blumenschmuck versehen.

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