Kay Lohölter hat das Malen für sich entdeckt. © Silvia Wiethoff
Depression

Depression und Mal-Therapie: Mit Buddha geht ein Sythener neue Wege

In einer persönlichen Krise entdeckte Kay Lohölter seine Leidenschaft fürs Malen. Das Buddha-Motiv hat eine besondere Wirkung auf ihn und kommt auch bei anderen Betrachtern gut an.

Dass er einmal mit eigenen Bildern an die Öffentlichkeit gehen würde (https://www.instagram.com/kay0473/?hl=de), war auf dem Weg von Kay Lohölter nicht unbedingt vorgezeichnet. Bis 2018 war er als Steuerfachgehilfe beschäftigt, vorher absolvierte er eine erste Berufsausbildung als Maler und Lackierer.

Allerdings wurde sein Leben durch eine Depression total auf den Kopf gestellt. Die Krankheit habe schleichend begonnen. Dann sei das Fass übergelaufen, berichtet der 47-jährige Sythener. 2018 wurde sein Leiden endlich diagnostiziert.

„Ich gehe offen mit diesem Thema um. Es ist eine Krankheit. Ich habe sie mir nicht ausgesucht“, sagt Kay Lohölter. Er nahm an einer Therapie in der LWL-Tagesklinik in Haltern teil und entdeckte hier in einer Fülle von kreativen Angeboten das Malen für sich.

Kay Lohölter besucht ein ambulantes Angebot der Tagesklinik

Seitdem hat ihn diese Leidenschaft nicht mehr losgelassen. Er pflegt sein Hobby mittlerweile bei der wöchentlichen ambulanten Ergotherapie, die unter dem Dach der Tagesklinik stattfindet. So habe er weiterhin Kontakt zu professionellen Ansprechpartnern, die ihn in der Krise begleiten, könne aber gleichzeitig auch den Austausch mit weiteren Betroffenen pflegen, die ebenfalls an einem psychischen Leiden erkrankt sind, erklärt er.

Kay Lohölter malt seit 2018.
Kay Lohölter malt seit 2018. © privat © privat

Mittlerweile malt er aber auch zu Hause und hat so eine Reihe von unterschiedlichen Bildern angefertigt. Darunter verschiedene Ansichten eines Buddha-Motivs, auf das er selbst bei der Suche nach einem Tattoo gestoßen ist. „Die Bilder strahlen für mich einfach Ruhe aus“, beschreibt Kay Lohölter sein eigenes Gefühl. Auch bei anderen Betrachtern kommt der Erleuchtete an. Den schönsten Buddha aus Kay Lohölters Fertigung hat sich seine Mutter ausgesucht und in ihre Wohnung gehängt.

Das Malen und die Konzentration auf das kreative Schaffen bedeute für ihn, „eine Kopfpause einzulegen und einfach abzuschalten“, erklärt der Hobbymaler. „Ich versuche mich Querbeet“, sagt er außerdem zu seinen bisherigen Bildern, bei denen er verschiedene Maltechniken ausprobiert hat. Auch mit Kaffeesatz in Verbindung mit Blattgold hat er schon experimentiert.

Hobbymaler Kay Lohölter hat bereits einige Techniken ausprobiert.
Hobbymaler Kay Lohölter hat bereits einige Techniken ausprobiert. © Silvia Wiethoff © Silvia Wiethoff

Dass er bei einer ersten Präsentation auf Facebook so viele Likes und positiven Kommentare, auch für sein Buddha-Motiv, erhalten hat, freut ihn sehr. „Das ist doch noch einmal ein anderes Feedback als eine Anerkennung von der Familie oder von Bekannten“, macht er deutlich.

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