Meinung

Dauercamper: Für die Stadt ist es schwer, zwischen Luxus und Not abzuwägen

Derzeit sind 413 Personen mit erstem Wohnsitz auf Halterner Campingplätzen gemeldet. Die Lage ist nicht ganz einfach. Ein Kommentar dazu.
126 Personen haben ihren ersten Wohnsitz auf dem idyllisch gelegenen Campingplatz Hoher Niemen angemeldet. © Foto: Daniel Winkelkotte

Seit Jahren schon leben Dauercamper, die ihren Erstwohnsitz auf einem Halterner Campingplatz angemeldet haben, in der Grauzone. Sie wohnen dort auf kleinen Parzellen günstig und im Grünen, in Flaesheim sogar am Wasser. Es ist ein Leben zwischen Luxus und Not. Die Einen haben sich ihr Idyll geschaffen und genießen ein relativ freies Leben mit ausreichendem Auskommen, die Anderen – darunter auch Familien – treiben Existenzsorgen in eine spartanische Lebensform.

Die Stadt bringt diese Art des Wohnens in die Bredouille. Sie duldet, was sie eigentlich gar nicht will und was das Baurecht nicht hergibt. Dauerwohnen ist illegal und stellt Ansprüche an die Infrastruktur. Auf den Campingplätzen aber sollen Freizeit und Erholung im Vordergrund stehen. Was eine Duldung des Dauerwohnens auslösen kann, zeigen die Beispiele Overrath, Stockwiese und Heimingshof: Ursprünglich als Wochenendhausgebiete gedacht, wurde dort mit der Zeit permanent gewohnt – mit wachsenden Ansprüchen und Anforderungen an ordentliche Straßen sowie Ver- und Entsorgung. Im Nachhinein legalisierte die Stadt notgedrungen die Siedlungen als Allgemeine Wohngebiete.

Aber die Stadt hat genauso eine Fürsorgepflicht. Natürlich kann sie jetzt niemanden vor die Tür setzen, Familien schon gar nicht. Die Kreisstädte müssen reden. Keine Lösung zu haben ist nämlich auch keine Lösung.

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