Nach Haltern-Mitte gab es in Sythen die meisten bestätigten Corona-Infektionen. In einem anderen Ortsteil gab es hingegen noch keinen Fall. Die Stadt hat nun eine Auswertung vorgenommen.

Haltern

, 07.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

84 Menschen haben sich in Haltern am See bislang (Stand 7. Juli 2020) mit dem Corona-Virus infiziert. Jedenfalls ist das die Anzahl der Fälle, die den zuständigen Behörden vorliegen und somit offiziell als bestätigt gelten. Aber welche Fakten und Details stecken hinter diesen Zahlen?

Täglich berichtet der Kreis auf seiner Internetseite über die aktuelle Entwicklung der Lage. Unsere Redaktion bereitet diese Informationen umgehend für Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf. Oft hieß es zuletzt: „Haltern bleibt coronafrei“. Fakt ist: Seit dem 5. Juni ist die Zahl der bestätigten Fälle in der Seestadt nicht mehr angestiegen, seitdem gab es keine Neuinfektion mehr. „Im kreisweiten Vergleich stehen wir bisher insgesamt sehr gut da“, sagt Halterns Stadtsprecher Georg Bockey.

Auch schwere Verläufe der Erkrankung

Derzeit gibt es (Stand 7. Juli 2020) 1408 bestätigte Corona-Fälle im gesamten Kreis Recklinghausen - 1318 davon gelten als genesen. Die meisten Fälle gab es bisher in Gladbeck (288), Oer-Erkenschwick (208) und Recklinghausen (185). Die Statistik weist auch 39 Todesfälle auf. Diese verteilen sich auf nahezu alle Kreisstädte. Lediglich in Haltern gab es bislang kein Todesopfer aufgrund der Corona-Pandemie.

Die meisten Infizierten gab es im März. Die Reiserückkehrer aus den Skigebieten seien anfangs der entscheidende Grund gewesen, so Bockey. „Viele der Erkrankten in Haltern hatte nach unseren Informationen geringe Symptome, es gab jedoch auch schwere Verläufe der Erkrankung.“

Die Stadt hat nun eine detaillierte Auswertung der 84 Fälle vorgenommen. Sie zeigt, wie sich die bestätigten Infektionen auf die verschiedenen Altersstufen erstreckt haben. Die meisten Infizierten gab es mit 62 Fällen in der Altersklasse 18-59 Jahre. 18 Infizierte waren älter als 60, vier Infizierte waren unter 18 Jahre alt.

Männer sind häufiger betroffen als Frauen. 48 der Erkrankten waren männlich, 36 weiblich.

Noch kein Fall in Holtwick

In Haltern-Mitte gab es die meisten Fälle (46). Rund um den Stadtkern war der bevölkerungsreichste Ortsteil Sythen mit 15 Fällen am stärksten betroffen. In Lippramsdorf gab es acht bestätigte Infektionen, in Hamm-Bossendorf fünf. Jeweils vier Erkrankungen fallen auf Flaesheim und Lavesum. Zwei bestätigte Fälle gab es in Hullern. Holtwick ist der einzige Ortsteil, der laut Statistik bisher gar nicht betroffen war.

Beim Blick auf eine Grafik des Kreises zur Entwicklung des Corona-Virus in Haltern am See werden außerdem folgende Fakten deutlich:

  • Die ersten beiden bestätigten Fälle gab es am 11. März
  • Den Höchstwert an Infizierten gab es mit je 34 aktiven Fällen am 26. März und am 1. April
  • Bereits seit dem 3. April ist die Anzahl der Genesenen höher als die Zahl der Infizierten
  • Die letzte Neuinfektion wurde in der Grafik am 24. Mai festgehalten.
  • Seit dem 5. Juni gilt Haltern als „coronafrei“, denn auch der letzte der 84 bestätigten Fälle gilt seitdem als genesen. Eine offiziell nachgewiesene Neuinfektion gab es seit diesem Datum nicht mehr.

Zeigen diese Zahlen, dass die Gefahr einer Infektion mit dem Virus in Haltern eigentlich kaum noch vorhanden ist? „Nein“, betont Stadtsprecher Georg Bockey. „Die letzten Wochen haben schließlich deutlich gemacht, dass es aus unterschiedlichen Gründen auch unerwartet zu einem lokalen Ausbruchsgeschehen kommen kann.“ Er verweist auf den Massenausbruch bei „Tönnies“ in Gütersloh. Vermehrte Fälle hatte es auch bei „Westfleisch“ im wenige Kilometer entfernten Oer-Erkenschwick gegeben. Ebenso gebe es in anderen Städten Ausbrüche, z.B. nach Gottesdiensten oder Familienfeiern.

Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner

In einigen Städten im Kreis kam es zuletzt auch zu Schließungen von Schulen und Kitas aufgrund von Neuinfektionen. Auch Pflegeeinrichtungen waren betroffen. „Nun gibt es auch wieder wegen der Urlaubszeit einen erhöhten Reiseverkehr. Das könnte auch bei uns in Haltern wieder zu Neuinfektionen führen. Damit müssen wir stets rechnen und sollten deshalb vorsichtig sein“, betont Bockey.

Land und Bund haben festgelegt, dass in kreisfreien Städten und Kreisen lokale Maßnahmen getroffen werden müssen, sobald ein Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten ist.

Umgerechnet auf die Einwohnerzahl im Kreis Recklinghausen dürfen sich innerhalb einer Woche im Kreisgebiet maximal 308 Personen neu mit dem Corona-Virus infizieren. Innerhalb der letzten sieben Tage gab es im Kreis 30 Neuinfektionen (Stand 7. Juli) - in Haltern keine.

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