Coronavirus

Coronavirus: Britische Virusvariante in Haltern festgestellt

In Haltern gibt es einen ersten Fall der britischen Variante des Coronavirus. Überraschend findet der Kreis Recklinghausen das allerdings angesichts noch immer großer Reiselust nicht.
Drei Fälle der britischen Virusvariante sind im Kreisgebiet festgestellt worden - unter anderem auch in Haltern. © Hans Blossey

Dem Kreisgesundheitsamt Recklinghausen wurden am Dienstag die ersten drei Fälle gemeldet, in denen die britische Variante des Corona-Virus festgestellt wurde. Ein Erkrankter wohnt in Haltern, die beiden anderen in Recklinghausen und Gladbeck. Nähere Angaben zu den Personen macht der Kreis aus Datenschutzgründen nicht.

Kreissprecherin Svenja Küchmeister erklärte lediglich, dass sich die Erkrankten in Quarantäne befinden und dass ihr komplettes Umfeld nun getestet und typisiert werde. Dazu war eine Kontaktverfolgung vorausgegangen.

Ansteckungsursache ist derzeit unklar

Festgestellt wurden die drei Fälle im Rahmen von Sequenzierungen und Typisierungen. Wie es zu der Ansteckung mit der Virus-Mutation kam, ist aktuell unklar. Es könnte sein, dass die Erkrankten Kontakt zu bereits mit der britischen Variante des Coronavirus infizierten Personen hatten oder in einem Gebiet mit Mutationen waren. „Solange Menschen unterwegs sind, ist eine Verbreitung nicht unwahrscheinlich“, sagt Svenja Küchmeister. Dass der Kreis irgendwann betroffen sein werde, sei allen aufgrund der bundesweiten Lage klar gewesen. In München oder Berlin hat sich die Corona-Mutante B.1.1.7 beispielsweise stark ausgebreitet.

Sequenzierung – ein aufwändiges Verfahren

Sequenzierungen werden von den Laboren entsprechend der Vorgaben des Bundes bei fünf bis zehn Prozent aller Corona-Tests durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein sehr aufwändiges Verfahren, bei dem die Probe auf jegliche Abweichungen von der klassischen Variante untersucht wird.

Das Gesundheitsamt ordnet darüber hinaus in allen Fällen, bei denen es einen Anfangsverdacht für das Vorliegen einer Virusvariante gibt, so genannte Virus-Typisierungen an. In diesen Fällen untersucht das Labor einen positiven PCR-Test gezielt auf die bereits bekannten britischen, brasilianischen und südafrikanischen Varianten.

Gefahr auch bei niedrigster Inzidenz

Die Corona-Mutante steckt deutlich schneller an. Deshalb rät das Kreisgesundheitsamt dazu, sorgfältig die Hygieneregeln einzuhalten, Abstand zu wahren und Maske zu tragen.

Wie es aus dem Halterner Rathaus hieß, sei die Nachricht des Kreises der beste Beleg dafür, wie gefährlich die Lage trotz des niedrigen Inzidenzwerts in der Seestadt sei.

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