Corona: St. Anna-Altenheim wehrt mit Quarantäne-Station Virus ab

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Das Altenwohnhaus auf dem Annaberg hat innerhalb von sieben Tagen in einem separaten Trakt eine Quarantäne-Station eingerichtet. Drei Senioren werden hier bereits betreut.

Haltern

, 01.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einer neuen Quarantäne-Station möchte Geschäftsführer Johannes Böcker das Coronavirus von den beiden katholischen Altenheimen auf dem Annaberg und an der Gartenstraße in der Innenstadt fernhalten.

„Wir hatten das große Glück, auf einen stillgelegten Trakt im alten Annastift zurückgreifen zu können“, sagte Johannes Böcker im Gespräch mit der Halterner Zeitung. Auf 150 Quadratmetern wurden fünf Zimmer mit sechs Betten eingerichtet. Die ersten drei Betten sind seit Donnerstag belegt.

Ausgangspunkt der Überlegungen war die Frage: Wie gehen die Altenwohnhäuser St. Anna und St. Sixtus zum Schutz aller vor dem Coronavirus mit neuen Bewohnern und mit Bewohnern, die aus dem Krankenhaus zurückkehren, um? „Wir wollen alles tun, um den Einzug des Virus zu erschweren“, betont Johannes Böcker. Von der Entscheidung bis zur Inbetriebnahme der Quarantänestation vergingen nur sieben Tage.

Bewohner verweilen 14 Tage in der Isolation

Durch eine Schleuse ist der Trakt vom übrigen Wohnbereich abgetrennt. „Viele haben engagiert mitgearbeitet, damit wir dieses Projekt verwirklichen konnten“, so Böcker. Vorgesehen ist eine 14-tägige Verweildauer. Daran schließt sich dann der Einzug beziehungsweise die Rückkehr in die Wohnhäuser St. Anna oder St. Sixtus an. Die Gäste auf der Quarantäne-Station werden gut versorgt.

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Die zuständigen Pflegefachkräfte arbeiten im Schichtdienst ausschließlich auf dieser Station. Sie kommen mit den übrigen Bewohnern und Mitarbeitern gar nicht in Kontakt. Weil das Personal knapp ist, hat der Träger der Altenheime, die Katholische Altenwohnhäuser St. Anna und St. Sixtus Haltern gGmbH, einen Vertrag mit einer Zeitarbeitsfirma geschlossen.

Geschäftsführer lobt sein Mitarbeiterteam

Grundsätzlich spricht Johannes Böcker dem Mitarbeiterteam ein großes Lob aus: „Die derzeitige Situation ist eine enorme mentale Anstrengung für alle. Ich bin sehr dankbar für die Leistungen und das Engagement unseres Teams.“ Die Stimmung sei gut und es gebe kaum Krankmeldungen.

„Unsere Mitarbeiter sorgen sich einerseits um die Bewohner und nehmen dafür auch unvermeidliche körperliche Nähe in Kauf, sehr wohl wissend, dass sie zugleich auch ihre Familien schützen müssen.“ Johannes Böcker findet dafür ein Bild: „Sie stehen im Sturm!“

Besuchsverbot in den Seniorenheimen

Nach wie vor gilt Besuchsverbot in den Seniorenheimen. Ausnahmen werden nur angesichts eines nahenden Todes gemacht. Angehörige und Freunde von Bewohnern bedienen sich der digitalen Technik oder der Post, um Verbindungen herzustellen.

Zweimal in der Woche finden seit Ausbruch der Corona-Pandemie Krisensitzungen statt, die bis zu fünf Stunden dauern. Der Arbeitsalltag sei zurzeit sehr komplex, findet Johannes Böcker.

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