Corona-Pandemie sorgt für teils ernüchternde Bilanz der Freiluftbäder

dzSommer bald vorbei

Maskenpflicht, Abstandsregelung, Besucherlimit und Online-Tickets – die Corona-Krise hat die Halterner Bäder eingeschränkt. Nun liegen erste Zahlen für die bisherige Freiluftsaison vor.

Haltern

, 27.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, hatte die NRW-Landesregierung im März entschieden, alle Freizeit- und Sportangebote einzustellen. Davon waren auch die Bäder in Haltern betroffen. Erst Wochen später war es den Betreibern möglich, die Türen zu öffnen - allerdings mit erheblichen Beschränkungen. Entsprechend traurig fällt in diesem Jahr teilweise die Bilanz der bisherigen Freiluftsaison aus.

Das Freibad Aquarell konnte am 30. Mai den ersten Badegast der Sommersaison begrüßen. Jedoch durften seitdem aufgrund der Corona-Beschränkungen maximal 670 Gäste pro Tag eine Abkühlung in den Becken genießen, wie Thomas Liedtke, Sprecher der zuständigen Stadtwerke Haltern berichtet. „Diese Höchstgrenze wurde an Tagen mit schönem Wetter schnell erreicht. Normalerweise haben wir dann mindestens dreimal so viele Gäste im Freibad“, so Liedtke.

„Wir waren an mehreren heißen Tagen ausverkauft“

Seit Anfang Juni seien etwas mehr als 16.000 Badegäste im Freibad gewesen. In der gesamten Saison des Vorjahres lag die Zahl bei über 40.000. „Wir sind grundsätzlich froh, dass wir auch in Corona-Zeiten Sport und Spaß in unseren Bädern anbieten können, auch wenn es ein paar Einschränkungen gibt.“ Zurzeit bereite sich das Team auf die Wiedereröffnung des Hallenbades vor. „Wir hoffen, dass wir das Schwimmen dort ab Anfang Oktober anbieten können.“

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Im Seebad, so Thomas Liedtke weiter, liege die Höchstgrenze bei 4000 Badegästen pro Tag, die an den heißen Tagen in der ersten Augusthälfte einige Male erreicht wurde. „Insgesamt freuen wir uns, dass wir in unserem ersten Jahr als Pächter des Seebades bisher rund 39.000 Badegäste am Strand hatten.“ Das sei deutlich mehr als in der Vorjahres-Saison (circa 28.000).

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchlebte in diesem Jahr der Freibadverein Sythen mit seinen rund 7000 Mitgliedern. Neben den Corona-Beschränkungen (unter anderem maximal 600 Badegäste pro Tag) machte dem Vorstand mitten in der Hauptsaison ein weiteres großes Problem zu schaffen: Die große Heizungsanlage ging in die Knie und gab letztlich ihren Geist auf. Nach einem Spendenaufruf folgte zuletzt jedoch eine Welle der Hilfsbereitschaft, weiß Geschäftsführer Timo Deitmer. Knapp 31.000 Besucher waren in diesem Jahr bislang zu Gast. „Das ist in etwas die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt.“ Der letzte Badetag in Sythen ist am 6. September.

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Eine zufriedene Zwischenbilanz für den Silbersee II zieht Johann Lisser, Geschäftsführer der zuständigen Betreibergesellschaft. Insgesamt habe man in der bisherigen Saison über 100.000 Online-Tickets verkauft. Nach einem gelungen Auftakt im Juni sei der Juli aufgrund der dürftigen Wetterverhältnisse schleppend gewesen. „Der August war dafür bis jetzt überragend“, so Lisser. „Wir waren an mehreren heißen Tagen mit fast 5000 Gästen ausverkauft. Nun hoffen wir noch auf einen goldenen September.“ Das Verhalten der Badegäste sei überwiegend löblich gewesen. Die Abstandsregelungen seien in der Regel gut eingehalten worden. Zudem sei insgesamt weniger Alkohol konsumiert worden.

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