An Allerheiligen gehen viele Menschen auf die Friedhöfe, um ihrer verstorbenen Angehörigen zu gedenken. © picture alliance / dpa
Allerheiligen

Christliche Feste und Corona: Mit Mund-Nase-Schutz auf den Friedhof

Am Wochenende sind gleich zwei christliche Feste: Reformationstag und Allerheiligen. Damit die Gläubigen in Haltern trotzdem feiern können, haben die Gemeinden Maßnahmen ergriffen.

Am Sonntag ist Allerheiligen – ein Hochfest in der katholischen Kirche. Zu diesem Fest wird der Verstorbenen gedacht. Viele Menschen besuchen die Grabstätten ihrer Angehörigen, legen Blumen nieder oder entzünden ein Licht. Für die Verstorbenen wird in Gottesdiensten gebetet und ihre Gräber werden gesegnet.

Auch in diesem, von der Corona-Pandemie geprägten Jahr lädt die Pfarrei St. Sixtus am Allerheiligentag zu Gottesdiensten, Andachten und Gräbersegnungen ein, in denen besonders der Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht wird. Da aber die Trauerhallen für die vielen Angehörigen unter den Corona-Abstandsregeln zu klein seien, werde dies je nach Gemeinde unterschiedlich gehandhabt, teilt Rita Treffer vom Pfarrbüro auf Anfrage mit.

Geweihte Buchsbaumzweige zum Mitnehmen

In der Sixtus-Kirche wird es am Sonntag keine gesonderte Andacht geben, so Pfarrer Michael Ostholthoff. Man wolle eine Pulkbildung vermeiden. Die Gläubigen seien eingeladen, alleine auf dem Friedhof zu gedenken. Er werde lediglich nach der Messe die Gräber der Priester und Ordensleute segnen.

In einigen Gemeinden wird in den Sonntagsgottesdiensten der Verstorbenen gedacht, anschließend werden die Gräber gesegnet oder geweihte Buchsbaumzweige zum Mitnehmen bereitgestellt, in anderen Gemeinden wird auf den Friedhöfen vor der Trauerhalle für die Verstorbenen in einer kurzen Andacht gebetet und die Gräber werden gesegnet.

Mund-Nase-Schutz auch auf dem Friedhof

Dabei ist zu beachten, dass in den Gottesdiensten während des gesamten Aufenthaltes und auch auf den Friedhöfen ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen und der Sicherheitsabstand einzuhalten ist. Es gebe keine Zugangsbeschränkung zu den Friedhöfen, in den Kirchen ist die Anzahl der Personen durch die Anzahl der Sitzplätze vorgegeben. Man habe die Planungen für Allerheiligen abgeschlossen, behalte die Entwicklung der Fallzahlen aber natürlich im Blick. Kurzfristige Anpassungen seien daher möglich, sagt Ostholthoff.

Auch er wird im Gottesdienst Maske tragen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden könne: Zum Beispiel beim Einzug oder bei der Interaktion mit den Messdienern.

Eine genaue Aufstellung über die Gottesdienste, Andachten und Gräbersegnungen finden Sie unter www.st-sixtus.de

Maskenpflicht auch auf Kommunalen Friedhöfen

Die Städte, so auch Haltern am See, machen an Allerheiligen, Allerseelen und Totensonntag auf den kommunalen Friedhöfen von ihrem Hausrecht Gebrauch und ordnen die Maskenpflicht dort an. Allerheiligen ist in Nordrhein-Westfalen ein stiller Feiertag. An Allerheiligen sind von 5 bis 18 Uhr unter anderem Märkte, gewerbliche Ausstellungen und ähnliche Veranstaltungen verboten. Auch Sportveranstaltungen finden an Allerheiligen nicht statt.

In der evangelischen Erlöserkirche findet am Samstag (31. Oktober) um 17 Uhr ein Gottesdienst zum Reformationstag statt. Dabei wird auch die neue Diakonin Lena Schäfer in ihren Dienst eingeführt. Am Sonntag, 1. November, findet außerdem um 10 Uhr der reguläre Sonntagsgottesdienst ebenfalls in der Erlöserkirche statt.

Unterschiedliche Erfahrungen in den Kirchen

Bei allen Gottesdiensten muss jetzt der Mund-Nasenschutz getragen werden, darauf weist Pfarrer Karl-Henschel hin. In der Erlöserkirche wurden die Abstände vergrößert, ein Teil der Kirchenbänke ist ausgebaut worden. Gesungen werden darf im Gottesdienst ebenfalls nicht mehr. „Das übernehmen am Reformationstag zwei Chormitglieder von der Empore aus“, so Karl Henschel. Der Pfarrer der evangelischen Gemeinde hat festgestellt, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher im Lauf der Corona-Pandemie trotzdem gestiegen ist. Unter ihrem Youtube-Kanal „evangelisch in Haltern“ zeigt die evangelische Gemeinde weiterhin Online-Gottesdienste.

Während der Gottesdienste (hier die Sixtus-Kirche) muss ein Mund-Nasenschutz getragen werden.
Während der Gottesdienste (hier die Sixtus-Kirche) muss ein Mund-Nasenschutz getragen werden. © Foto: Benjamin Glöckner © Foto: Benjamin Glöckner

Pfarrer Michael Ostholthoff hat das Gegenteil beobachtet: „Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist abnehmend“, sagt der katholische Geistliche auf Anfrage. Die Gläubigen seien sensibilisiert. „Wir versuchen, ihnen Sicherheit zu vermitteln, durch unsere Schutzmaßnahmen, die im gesamten Bistum einheitlich sind.“ Im Bistum Münster sei seit der Wiederaufnahme der Präsenz-Gottesdienste am 1. Mai keine einzige Ansteckung im Rahmen eines Gottesdienstes festgestellt worden, so Ostholthoff. Die Online-Gottesdienste der Gemeinde laufen weiterhin im Youtube-Kanal der Pfarrei St. Sixtus.

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Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
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Ilka Bärwald
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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