Der Verein Buntes Wohnen Haltern sucht noch junge Familien, die mit verschiedenen Generationen in einem gemeisnchaftlichen Wohnprojekt zusammenleben möchten. © privat
Mehrgenerationenprojekt

Buntes Wohnen Haltern: Lohnenswertes Miteinander von Jung und Alt

Der Verein Buntes Wohnen Haltern möchte ein gemeinschaftliches Wohnprojekt für Jung und Alt verwirklichen. Bis der Traum wahr werden kann, müssen noch einige Hürden überwunden werden.

Lange bevor im November 2018 zur ersten Infoveranstaltung über ein Mehrgenerationenprojekt in Haltern eingeladen wurde, hatten sich die beiden Initiatoren, das Ehepaar Anke Verhoeven und Ulrich Wittkämper, mit der Idee des gemeinschaftlichen Wohnens für Jung und Alt beschäftigt. Seitdem ist eine ganze Menge passiert, Interessenten an dem alternativen Wohnprojekt sind hinzugestoßen und wieder abgesprungen, es wurde der gemeinnützige Verein Buntes Wohnen Haltern gegründet, die Entscheidung für ein Genossenschaftsmodell ist gefallen (Gründung im April geplant) und ein Grundstück für die Umsetzung des gemeinsamen Traums ist in den Blick genommen.

„Wir sind gut vorangekommen und können sehr zufrieden sein“, bestätigt Anke Verhoeven, 1. Vorsitzende des Vereins Buntes Wohnen Haltern. Von Anfang an sei klar gewesen, dass man für die Verwirklichung des Projekts einen langen Atem brauchen wird und mehrere Jahre ins Land gehen, bis Familien, Paare und Einzelpersonen unterschiedlichen Alters eine neue Wohnform in Haltern verwirklichen können.

Wer will, kann soziale Kontakte innerhalb des Wohnprojekts pflegen

Es geht um eine andere Lebensform als die übliche. Darüber informiert der Verein auf seiner Homepage und schreibt: „Wir wollen in einem Mehrgenerationenhaus gemeinschaftlich leben – in eigenen Wohnungen. Wir planen einen Gemeinschaftsraum und einen Garten. Unser Haus soll lebendig und offen sein fürs Quartier. Wir wollen die Möglichkeit zur Pflege integrieren. Wir wollen bis zuletzt Teil einer Gemeinschaft sein. Im Haus soll es vielfältige Angebote geben: für Jung und Alt, Sport und Spiel, Kultur und … Wir wollen uns die Welt ins Haus holen.“

Im Sommer könnte der Rat der Stadt Haltern darüber entscheiden, ob der Verein Buntes Wohnen Haltern ein städtisches Grundstück im Baugebiet Zum Nesberg kaufen kann.
Im Sommer könnte der Rat der Stadt Haltern darüber entscheiden, ob der Verein Buntes Wohnen Haltern ein städtisches Grundstück im Baugebiet Zum Nesberg kaufen kann. © privat © privat

Dass sich der Verein bereits bei der Stadt Haltern für den Kauf eines rund 3000 Quadratmeter großen Grundstücks im Baugebiet Zum Nesberg beworben hat, ist ein großer Fortschritt. Neben allen Problemen, die eine Abstimmung von Erwartungen und Kompromissbereitschaft innerhalb einer heterogenen Gruppe mit sich bringt, stellt die Grundstücksfrage eine der größten Herausforderungen für die Umsetzung des Projekts dar.

Nach Einschätzung der WohnBund-Beratung NRW handele es sich beim Verein Buntes Wohnen Haltern um eine „sehr potente Gruppe“, wie Anke Verhoeven mitteilt. Diese hat ihr Ziel klar vor Augen und ist bereit „Nägel mit Köpfen zu machen“. Eine kompetente Beratung wie sie die WohnBund-Beratung bietet, sei sehr wichtig, sagt Anke Verhoeven.

Externe Beratung ist enorm wichtig

Keine Gruppe könne all das Knowhow vorhalten, das für ein solches Projekt benötigt werde. Deshalb sei es „Gold wert“, dass es ein Angebot wie die WohnBund-Beratung gebe. „Es muss allerdings bezahlt werden und ist nicht billig“, führt sie aus.

Darüber hinaus nutzt die Halterner Initiative auch das Wissen, das andere Gründer alternativer Wohnprojekte bereits gesammelt haben. Darunter ist zum Beispiel das genossenschaftliche Modell LiNa (Leben in Nachbarschaft) in Haltern. „Wir haben uns erst vor kurzem in einer Videokonferenz mit Gisela Funke über die Genossenschaftsfinanzierung informiert“, berichtet Anke Verhoeven. Das grundlegende Wissen über das Modell sei zwar beim Bunten Wohnen vorhanden, aber es sei auch hilfreich, davon zu hören, dass das System in der Praxis gelingen könne.

Der Verein sucht noch jüngere Mitglieder

Noch fehlen dem Verein die jungen Mitstreiter, die am Haus für alle Generationen in Haltern mit bauen möchten. Anke Verhoeven geht aber davon aus, dass sich das ändern wird, sollte der Rat der Stadt Haltern im Juni dem Verkauf des Grundstücks im Baugebiet Zum Nesberg an ihren Verein zustimmen. Wer dann dabei sein wolle, müsse sich schnell entscheiden.

Im nächsten Stadtentwicklungausschuss sollen erste bauliche Ideenskizzen präsentiert werden, die gemeinsam mit dem Bauunternehmen Mertmann in Haltern erarbeitet wurden. „Wir werden alles dafür tun, so nachhaltig und ressourcenschonend wie möglich zu bauen“, betont Anke Verhoeven. Ihr ist allerdings auch klar, dass die Größe des geplanten Baukörpers ein sensibles Thema in Haltern berührt. Das Votum der Politik werde deshalb mit Spannung erwartet.

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Redaktion Haltern
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Silvia Wiethoff
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