Das Haus am Ikenkamp am Morgen nach dem Brand: Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 30.000 Euro. © Elisabeth Schrief
Feuer am Ikenkamp

Brandursache lässt sich nicht ermitteln – Polizei hat aber Verdacht

Beim Brand des leerstehenden Hauses am Ikenkamp hinter dem Halterner Bahnhof entstand ein so großer Schaden, dass sich die Ursache des Feuers laut Polizei nicht eindeutig ermitteln lässt.

Ein altes, leerstehendes Haus am Ikenkamp brannte am 24. Juli nachts um 1.30 Uhr zu einer Ruine herunter. Stundenlang waren Feuerwehrkameraden aus Haltern, Hullern und Flaesheim mit den Löscharbeiten beschäftigt. Sofort am Morgen begann die Polizei mit den Ermittlungen.

Wegen des enormen Schadens kann die Polizei allerdings keine einwandfreie Aussage zur Brandursache treffen. Das Haus ist fast vollständig zerstört. Den Sachschaden beziffert die Polizei auf rund 30.000 Euro. Als Ursache für das Feuer schließen die Ermittler Brandstiftung nicht aus. Bekanntlich steht das Haus seit vielen Jahren leer und wurde immer wieder von ungebetenen Gästen als Quartier genutzt. Es war entsprechend demoliert und verwahrlost.

Das Haus war Schaltstelle des Holzhandels Dickerhoff

Eine Halterner Firma von der Annabergstraße hat das Gelände vor gut drei Jahren gekauft und plante den Abriss zeitgleich mit dem Baubeginn von neuen Produktionshallen auf dem 4600 Quadratmeter großen Grundstück.

Dieses Foto von 1936 zeigt das jetzt abgebrannte Haus im Originalzustand. Es war Bürogebäude des Holzhandels Heinrich Dickerhoff. © Verein für Altertumskunde Haltern © Verein für Altertumskunde Haltern

Das Haus, eine Konstruktion aus Holz und Mauerwerk, hat eine jahrzehntealte Geschichte. Es war das Bürogebäude des Holzhandels Dickerhoff und zuvor des Sägewerks Kolck & Schregel. Heinrich Dickerhoff pachtete 1931 dieses Sägewerk, drei Jahre später kaufte er es. Ende der 30er-Jahre beschäftigte er 190 Mitarbeiter. Verarbeitet wurden heimisches Holz, aber auch Einfuhren aus dem Saarland und Westerwald.

Am 1. April 1945 brach ein Großfeuer im Dickerhoff-Sägewerk aus, bei dem auch mehrere Nachbarhäuser niederbrannten. Die kleine Schaltstelle des Unternehmens überstand auch dieses Feuer und dann auch mehrere Besitzerwechsel. Später wurde es erweitert und für Wohnzwecke genutzt.

Die Polizei bittet auch jetzt noch mögliche Zeugen, die zur Aufklärung des Brandes beitragen könnten, um Hinweise unter Tel. (0800) 2361 111.

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Elisabeth Schrief

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