In Hullern brannte am späten Sonntagabend (14. März) eine Scheune. Verbautes Asbest sorgt nun für Probleme. © Pascal Albert
Scheunenbrand Hullern

Brand in Hullern: Anwohner fordert schleunigst Beseitigung von Asbest

Bei dem Scheunenbrand in Hullern lösten sich Asbest-Partikel, die nun in Gärten liegen. Kalli Gienau pocht auf schnellster Entsorgung: „Es reicht nicht, nur Handzettel zu verteilen.“

Ein Feuer vernichtete am Sonntag, 14. März, eine alte Scheune auf einem Hullerner Gehöft. Es entstanden nicht nur 150.000 Euro Schaden, sondern auch ein hohes gesundheitliches Risiko. In der Scheune waren Weiß- und das noch gefährlichere Blauasbest verbaut. Partikel verteilten sich überall in den benachbarten Gärten. „Ich will keinen Ärger“, sagt Nachbar Kalli Gienau, „aber die Stadt soll nicht einfach nur Zettel mit Gefahrenhinweisen verteilen, sondern handeln.“

Zu einer Verwendung von Blauasbest kam es besonders in den 70er-Jahren in der Bau-Branche. Damals war noch nicht bekannt, wie gefährlich Asbest sein kann. Blauasbest wurde unter anderem in Form von Schutzplatten, Rohren und Bodenbelägen verwendet. In Hullern war es im Dach verbaut. Es gilt als besonders schädlich, denn die Fasern spalten sich bei Beschädigung – wie eben jetzt bei dem Feuer. Kalli Gienau ist Naturwissenschaftler und weiß, wovon er redet. Er betont, dass sich die Partikel besonders bei Trockenheit verteilen, mit ihren kleinen Widerhaken im menschlichen Körper nicht abbaubar sind und insbesondere die Lungen schädigen. Er selbst hat mit einem Industriesauger Haus und Hof gereinigt.

Überall in den Gärten liegen Partikel von Asbest. Sie müssen mit großem Aufwand geborgen werden.
Überall in den Gärten liegen Partikel von Asbest. Sie müssen mit großem Aufwand geborgen werden. © Privat © Privat

Wichtig sei, die Schuhe auszuziehen, sobald man sein Haus betrete, um die Partikel nicht überall im privaten Bereich zu verteilen. Aber wichtig sei eben auch eine Reinigung der kontaminierten Flächen rund um die abgebrannte Scheune innerhalb von 24 Stunden. „Ich hoffe und erwarte, dass die Stadt endlich eine Maßnahme einleitet“, fordert der Hullerner.

Stadt betont: Viele wichtige Kontakte hergestellt

Die Verwaltung hat volles Verständnis für die Besorgnis der Bürger, sagt Sprecherin Sophie Hoffmeier. Auch wenn das Ordnungsamt kein Fachamt für diese Form der Umweltgefahr sei, hätten sich die Mitarbeiter nicht nur um die Sperrung der Gefahrenstelle und die Warnung an die direkt betroffenen Anwohner gekümmert. Vielmehr sei inzwischen Kontakt zum Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Verbraucherschutz (Lanuv), zum Umweltamt und zur Immissionsschutzbehörde aufgenommen worden.

Auch die für den Brandschaden zuständige Versicherung ist kontaktiert worden, um eine Schadennummer in Erfahrung zu bringen. Diese Nummer kann beim Ordnungsamt abgefragt werden. Die Versicherung hat inzwischen ein renommiertes Chemikerinstitut aus Münster mit der Reinigung beauftragt. Diese hat die nötigen Kapazitäten, um sich der Aufgabe in Hullern zu widmen. Ferner ist noch die Prüfung durch einen Brandschutzgutachter der Versicherung nötig, sie soll diese Woche erfolgen. Sophie Hoffmeier betont: „Die Verwaltung hat als Vermittler alle Beteiligten auf die Dringlichkeit hingewiesen und hofft nun auf zeitnahe Ergebnisse.“

Die Stadt bittet, das Umfeld um die Brandscheune zu meiden, um sich nicht in gesundheitliche Gefahren zu bringen.

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Elisabeth Schrief

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