Eine Halternerin sollte ihren Stromzählerstand am Telefon mitteilen. © picture alliance / www.co2online.de
Fake-Anrufe

Betrügerischer Anruf? Halternerin sollte den Stromanbieter wechseln

Eine Halternerin bekam einen Anruf, bei dem sie ihren Stromzählerstand nennen sollte. Der Strom werde teurer, teilte man ihr mit. Sie drückte den Anruf weg. Reagierte sie richtig?

Vor wenigen Tagen bekam die Halternerin Mechthild F. einen Anruf von einer Münchener Nummer. Der Mann am anderen Ende der Leitung habe nach ihrem Stromzählerstand gefragt, sagt sie. „Er meinte, dass der Strom um 10 Euro teurer werden würde und ich den Anbieter wechseln solle.“ Ihre Reaktion? Sie drückte sofort weg. Doch war das überhaupt eine Betrugsmasche?

„Das war ganz sicher eine“, erklärt eine Sprecherin der Verbraucherzentrale Marl. „Diese Anrufe gibt es gerne bei Strom und Gas.“ Zwei Ziele können solche Anrufer haben, wenn sie den Strom- oder Gaszählerstand abfragen. Zum Einen können unseriöse Stromanbieter versuchen, einen teureren Vertrag zu verkaufen, erklärt die Sprecherin. Zum anderen könne es sich aber auch um Privatleute handeln, die als Vermittler die gängige Prämie bei einem Anbieterwechsel abgreifen wollen.

Solche Fälle sind auch Thomas Liedtke, Sprecher der Stadtwerke Haltern, bekannt. „Das ist ein ‚Geschäft‘, das uns immer wieder begegnet“, erklärt er. Häufig komme es auch vor, dass sich die Anrufer als Mitarbeiter der Stadtwerke ausgeben.

Dabei sei es einfach, einen Anbieterwechsel vorzunehmen, so Liedtke. Dazu bedarf es lediglich der Zählernummer sowie der Adresse. Sie reichen schon aus, um einen Lieferantenwechsel einzuleiten. Die Masche auch noch im Nachhinein noch zu unterbinden, ist aber möglich. „Wie bei jedem Vertrag wird er erst mit der Unterschrift gültig“, erklärt die Sprecherin der Verbraucherzentrale. Wenn der Vertrag ankommt, könne er immer noch widerrufen werden.

Am besten sei es sogar, sich direkt nach dem Fake-Anruf mit dem Netzbetreiber sowie mit dem alten Anbieter in Verbindung zu setzen, sollte man falsch reagiert und den Zählerstand genannt haben. Der alte Anbieter könne den Wechsel noch blockieren, so die Sprecherin. Dennoch gilt: „Niemals den Strom- oder Gastzählerstand am Telefon nennen.“ So wie Mechthild F., sie reagierte richtig.

Eine weitere Halternerin bekam einen Anruf

  • Auch Barbara H. aus Haltern bekam einen ähnlichen Anruf. Ein Mann mit einer ihr unbekannten Nummer habe sich am Telefon bei ihr gemeldet und gefragt, ob sie Frau H. wäre. Er nannte ihre korrekte Adresse und fragte, ob sie dort noch immer wohnen würde, schildert H.. Sie habe daraufhin nach dem Namen des Anrufers und seinem Anliegen gefragt. Er habe nur genuschelt und gesagt, dass er „von der Energie“ wäre, erzählt sie, woraufhin sie aufgelegt habe. Ihr sei wichtig zu betonen, dass man nicht nur die Stromzählerdaten nicht herausgeben sollte, sondern auch richtige Daten am Telefon nicht bejahen sollte. Das bestätigt auch die Verbraucherzentrale Marl: „Das einfachste ist, einfach aufzulegen“, so ein Sprecher.
  • H. habe sich zudem gefragt, ob man zur Polizei gehen sollte, wenn unbekannte Anrufer die eigene Adresse und Telefonnummer kennen. Polizeisprecher Andreas Lesch: „Grundsätzlich kann man solche Daten beispielsweise im Telefonbuch ablesen. Daran ist nichts Verbotenes.“ Sollte man aber das Gefühl haben, Opfer eines Betrugsversuches zu werden, sollte man zur Polizei gehen.
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