Hinter einem Wohnungsangebot auf der Varusstraße steckte offenbar ein Betrugsversuch. © Jürgen Wolter
Betrugsmasche

Betrügerin wollte mit Fake-Wohnung in Haltern offenbar Kasse machen

Das Wohnungs­angebot in Haltern am See ist knapp, die Nach­frage groß. Betrüger wollen das scheinbar ausnutzen und Kasse machen – mit Wohnungen, die es offensichtlich gar nicht gibt.

„Wir sind froh, dass wir letztlich nicht in die Falle getappt sind. Das Geld hätten wir sicher nicht mehr wieder gesehen“, sagt Jolina Kauf. Nur knapp seien sie und ihr Freund einer Betrugsmasche entgangen. Davon ist die 27-Jährige überzeugt. „Nun möchten wir andere davor warnen.“

Was war passiert? Zurzeit, so erzählt die gebürtige Halternerin, wohne sie zusammen mit ihrem Lebenspartner Adrian im Haus der Schwiegereltern in Herten. Vor kurzem sind die beiden Eltern geworden. „Nun ist uns die Wohnung bei den Schwiegereltern zu klein, deshalb hatten wir beschlossen, uns eine Wohnung in Haltern zu suchen.“ In dem Anzeigenportal Ebay Kleinanzeigen haben die beiden daraufhin eine Suchanzeige aufgegeben: „Junge Familie sucht Wohnung in Haltern am See“.

Aus privaten Gründen nach Madrid ausgewandert

Nur wenige Tage später habe eine Frau auf die Anzeige reagiert und eine freundliche E-Mail verfasst. „Darin schrieb sie, dass sie vielleicht eine geeignete Wohnung für uns hätte. Sie selbst sei aus privaten Gründen nach Madrid ausgewandert und wolle ihre Wohnung in Haltern deshalb dauerhaft vermieten. Sie hat uns dann weitere Informationen und Bilder zukommen lassen“, erzählt Jolina Kauf.

Die Warmmiete für die gut ausgestattete 4-Zimmer-Wohnung auf der Varusstraße sollte 880 Euro betragen, ein fairer Preis. „Wir waren total begeistert von den Bildern zu der Wohnung. Gedanklich haben wir schon überlegt, wo wir welche Möbel hinstellen“, schildert die junge Mutter. Doch dann habe der Fall eine merkwürdige Wendung bekommen.

So habe die Vermieterin im nächsten Schritt mitgeteilt, dass die Vermietung komplett über Airbnb, einem bekannten Online-Portal für Buchung und Vermietung von Unterkünften, laufen müsse. „Jedoch nicht über die offizielle Homepage, sondern über Airbnb als Vermittler sozusagen“, erklärt Jolina Kauf.

„Es hieß dann in einer weiteren E-Mail, dass wir alle erforderlichen Unterlagen von einem Airbnb-Agenten erhalten würden. Außerdem sollten wir vorab unseren Personalausweis schicken und 1700 Euro auf ein Treuhandkonto überweisen. Da sind wir dann skeptisch geworden.“

Wohnung gibt es offenbar gar nicht

Bei einer kurzen Recherche im Internet stellt Jolina Kauf fest, dass in verschiedenen Foren weitere Wohnungssuchende von dieser Masche berichten. Den überwiesenen Betrag hätten sie aber nie wieder gesehen. „Wir waren an der Varusstraße und haben das Objekt gesucht, aber nicht gefunden. Die Wohnung gibt es offenbar gar nicht. Das war offensichtlich von vorne bis hinten ein Fake“, ist Jolina Kauf überzeugt. Sie plane, den Fall bei der Polizei zur Anzeige zu bringen.

Das ist auch empfehlenswert, sagt Polizeisprecher Andreas Lesch. „Denn bei einer Anzeige können wir entsprechende Ermittlungen einleiten.“ Vermehrte Fälle seien in diesem Zusammenhang in Haltern aktuell zwar nicht bekannt, doch in größeren Städten, auch im Kreis, sei eine solche Betrugsmasche durchaus gängig – nicht nur auf dem Wohnungsmarkt. „Betrugsversuche mittels Treuhandkonten gibt es immer wieder. Das ist sicher kein Einzelfall.“

Falls, wie in diesem Fall, Vorabzahlungen ohne einen gültigen Mietvertrag gefordert werden, sei grundsätzlich Vorsicht geboten. Eine gesunde Skepsis sei deshalb auch bei der Wohnungssuche stets angebracht, empfiehlt der Polizeisprecher. Bei Fragen zur Wohnungssuche könnten zudem Angebote der Verbraucherzentrale oder des Mieterschutzbundes hilfreich sein.

Jolina Kauf und ihr Freund wollen die Wohnungssuche in Haltern fortsetzen. „Und künftig werden wir noch genauer hinschauen.“

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
Zur Autorenseite
Daniel Winkelkotte

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.