Bericht im „Spiegel“: Michael Groß (SPD) sieht sich nicht als „heimlicher Held“

dz„Heimlicher Held“

Der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Groß trug mit einem Brief dazu bei, dass die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles zurücktrat. So berichtete „Der Spiegel“. Was sagt Michael Groß dazu?

Haltern

, 04.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michael Groß, SPD-Bundestagsabgeordneter auch für Haltern am See, war einer von fünf Interviewpartnern aus den Reihen der Sozialdemokraten, die das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner letzten Ausgabe des Jahres 2019 interviewte. Überschrift: „Heimliche Helden“.

Bei Michael Groß bezieht sich diese Bezeichnung auf einen Brief, in dem er nach der Europawahl, bei der die SPD 15,8 Prozent der Stimmen erreichte, eine Sondersitzung der Bundestagsfraktion forderte. Es müsse klargestellt werden, ob die Fraktion noch hinter ihrer Vorsitzenden, also Andrea Nahles, stehe, so Groß in seinem Brief. Damit setzte er eine Diskussion in Gang, an deren Ende Andrea Nahles das Handtuch warf und von allem Ämtern zurücktrat.

Den Gang der sozialdemokratischen Geschichte beschleunigt

Dass er den Gang der sozialdemokratischen Geschichte im Jahr 2019 beschleunigt habe, das räumt Michael Groß im Spiegelinterview ein. Als „heimlichen Helden“ sieht er sich aber auf Nachfrage der Halterner Zeitung nicht.

„Helden, das ist ein Begriff, mit dem ich nicht viel anfangen kann“, so Michael Groß. „Vielleicht ist Mutter Theresa eine Heldin, ich bin es sicher nicht. Aber ich stehe dazu, dass ich in der Situation, als ich den Brief schrieb, das Notwendige gesagt habe, was gesagt werden musste.“

Letztlich sei aber nicht die SPD das entscheidende Thema, sagt Groß. Wichtigstes Anliegen sei ihm nach wie vor, die Lebenssituation der Menschen vor Ort zu verbessern. Kinderarmut in Deutschland, das Leid der Menschen in vielen Ländern der Erde, die Klimaproblematik und die Weltwirtschaft in Einklang zu bringen, das seien die Probleme, um die die Politik sich kümmern müsse.

Antworten auf die Fragen der Zukunft formulieren

„Wenn es uns gelingt, darauf Antworten zu finden und diese den Bürgern zu vermitteln, dann wird die SPD auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Gesellschaft spielen“, so Michael Groß. Das traue er auch dem neuen Führungsduo zu, „auch wenn es nicht mein Favorit war“, so Groß. Dass allerdings als erstes das Thema Tempo 130 thematisiert werde, statt beispielsweise über den eklatanten Fachkräftemangel in der Wirtschaft oder andere Fragen zu diskutieren, das findet der hiesige SPD-Bundestagsabgeordnete ebenfalls „unglücklich“.

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