Bettina Nowak hat am Künstlerhof Lavesum ihr eigenes Atelier. © Michel Nunnenkamp
Kulturecke

„Beim Malen kann ich die Welt um mich herum komplett vergessen“

Halterns Kulturszene ist vielfältig. In der Rubrik „Kulturecke“ geben wir lokalen Künstlern, Bands und Vereinen eine Plattform. Heute: Bettina Nowak vom Künstlerhof Lavesum.

Bettina Nowak hat eine besondere Ausstrahlung. Ihre lebenshungrige Art ist ansteckend, ihr Künstlerherz groß und einnehmend. Die Mutter zweier Kinder hat 2015 ihr Atelier auf dem Künstlerhof in Lavesum bezogen und weiß die Kreativität und Ruhe dieses Ortes zu schätzen. „Malen ist meine große Leidenschaft“, erzählt sie. „Schon als Kind habe ich gerne gemalt und nach der Geburt meines zweiten Kindes habe ich diese Leidenschaft wiederentdeckt.“

Viel Kraft und Mut aus der Malerei gezogen

Die 48-Jährige schrieb sich für ein Fernstudium an der Studiengemeinschaft Darmstadt ein und begann, nach Abschluss des Intensivkurses, als freischaffende Künstlerin tätig zu werden. Angst vor Neuem hat sie nie gehabt und so fasste sie schnell Fuß als Leiterin verschiedener Workshops. Die Neugier auf Menschen spielt ihr dabei in die Karten. Ob Kinder, Jugendliche oder Senioren – Bettina Nowak verbreitet in jeder Generation Spaß an der Malerei. „Malen entspannt. Ich habe lange Zeit Schmerzpatienten besucht und mit ihnen gemalt. Man glaubt gar nicht, wie viel Kraft und Mut diese Menschen aus der Malerei gezogen haben.“

Die Liste ihrer Tätigkeitsfelder ist lang und vielfältig: Mediatives Malen, Entspannungsmalen, freies Malen für Senioren, Mutter-Kind-Malen. Ob mit Schülern der Heideschule in Flaesheim, dem Kinderpalliativzentrum in Datteln oder verschiedenen Seniorenheimen im Ruhrgebiet – Bettina Nowak ist ein gern gesehener Gast und eine mitreißende Dozentin. Anderen Menschen den Spaß am Malen näher zu bringen ist das eine, für sich selbst die Kraft und Entspannung in der Malerei zu finden ist das Andere. „Ich plappere viel“, sagt sie und lacht. „Aber wenn ich mich ans Malen begebe, mich fallen lasse und ganz in mich versunken bin, dann kommen die Ideen, dann kann ich eintauchen und die Welt um mich herum komplett vergessen.“

50 und mehr Stunden

Acryl ist ihr favorisiertes Material. Scheu vor großen Formaten hat sie dabei nicht. „Malen ist ein Prozess, der sich langsam entwickelt. Wann ein Bild schließlich fertig ist, entscheidet mein Gefühl.“ 50 und mehr Stunden kann sie über ihren Bildern sitzen, bis es innerlich klick macht und sie den Pinsel zur Seite legt. In ihrem Atelier auf dem Künstlerhof hat sie viel Platz, viele Farben, viele Pinsel, aber auch viel Ruhe. Der Austausch mit den anderen Künstlern auf dem Hof ist weniger geworden – notgedrungen. Der Wille im Umgang mit den Corona-Regeln nichts falsch zu machen, ist überall greifbar. Die Ruhe des Lockdowns hat sich nahezu gespenstisch über den Hof gelegt. „Natürlich leben wir Künstler auch von der Stille unseres Hofes. Aber wir leben genauso von dem Lachen, dem Schreien, dem Singen unserer Workshop-Teilnehmer“, sagt Bettina Nowak.

Der jüngst gegründete Verein „Künstlerhof Lavesum – Kreatives Zentrum e.V.“, in dem Bettina Nowak als Schatzmeisterin agiert, hat sich fest vorgenommen, durch diese „schwierige Zeit“ gemeinsam zu kommen. Nowak: „Ich freue mich darauf, bald wieder Menschen beim Malen zu begleiten und zu erfahren, welche Gefühle es in ihnen auslöst. Ich hoffe, dass wir unsere Tore zeitnah wieder öffnen dürfen.“

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