Glätte und Sturz auf Behelfsbrücke am Bahnhof - trotz Frost wurde nicht gestreut

dzBahnhof in Haltern

Die Behelfsbrücke am Bahnhof in Haltern zieht zunehmend den Ärger der Bürger auf sich. Bei Nässe herrscht wegen der Unebenheiten im Bodenbelag Rutschgefahr. Bei Frost wird es gefährlich.

Haltern

, 30.10.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kaum haben sich die ersten Frostnächte eingestellt, da kommt es - wie von vielen Bürgern befürchtet - zu Beeinträchtigungen auf der Behelfsbrücke am Halterner Bahnhof. Grund ist der Bodenbelag. Wie berichtet, bilden sich dort aufgrund von Unebenheiten bei Regen Pfützen. Dann herrscht Rutschgefahr. Bei Minustemperaturen spitzt sich das Problem zu. Das haben zahlreiche Bürger am Mittwoch in der Frühe hautnah erlebt und sich an die Halterner Zeitung gewandt.

Mann ist bei Frost auf der Brücke ausgerutscht

„Die Behelfsbrücke war heute morgen eingefroren und daher extrem rutschig“, schrieb ein Halterner an die Redaktion. Gegen 6.40 Uhr habe er sogar beobachtet, wie ein Mann ausgerutscht sei. „Er hat sich zum Glück nichts getan“, kommentierte der Schreiber das Geschehen. Auf der provisorischen Stahlkonstruktion, die - 50 Stufen hoch - über die Bahngleise zum Mittelbahnsteig führt, sei weder gestreut noch - wie angekündigt - ein Belag ausgebessert worden. „Ich sehe eine sehr hohe Verletzungsgefahr für alle Reisenden“, lautet die Bilanz des besorgten Bürgers.

Von einer „Schlinderbahn auf der Teerpappe mit rutschigen Stufen“ berichtete eine Frau, die ebenfalls einen Winterdienst vermisste. „Das geht ja schon gut los und der Winter kommt erst noch“, meinte ein Bahn-Pendler.

Glätte und Sturz auf Behelfsbrücke am Bahnhof - trotz Frost wurde nicht gestreut

Bei Regen bilden sich Pfützen auf dem unebenen Belag. Die Bahn will hier nachbessern. © Ingrid Wielens

Eine weitere Reisende bezeichnete es als „Herausforderung“, in der Frühe um 6.30 Uhr das Provisorium zu überqueren, um auf das Gleis 2 zu gelangen. Der Handlauf sei gefroren und rutschig gewesen - beim Abstieg auf der Treppe habe man nur mangelhaften Halt gehabt. Auch der einem Teppich ähnliche Belag auf den unteren Stufen sei gefroren und glitschig gewesen. Der Belag oben indes war auch nach ihrer Aussage mit Reif überdeckt und glatt. „Müssen die Bahngäste sich jetzt wirklich Sorgen machen, nicht unbeschadet mit der Bahn reisen zu können?“, fragt sich die Halternerin.

Keine Spur von angekündigtem Winterdienst

Warum kein Winterdienst in den frühen Morgenstunden vor Ort war, kann sich die Deutsche Bahn nicht erklären. „Es hat nicht funktioniert“, gab ein Sprecher auf Anfrage unumwunden zu. Die Bahn hat einen externen Dienstleister mit diesen Arbeiten beauftragt. „Wir haben mit der Räumfirma Kontakt aufgenommen und noch einmal für das Problem sensibilisiert“, sagte der Sprecher. „Ich hoffe, dass es jetzt funktioniert.“

Die Firma sei spezialisiert auf Winterdienstarbeiten „und kann je nach Wetterlage spontan reagieren“, führte der Bahn-Sprecher aus. Die Vorhersagen der Wetterdienste spielten bei der Planung der Einsätze eine große Rolle. Bei Frost werde dann ein Basalt-Gemisch gestreut.

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Den Handlauf an den Treppen der Behelfsbrücke will die Bahn derweil noch einmal überprüfen. Die Frage, ob die Kofferträger, die täglich von 6 bis 22 Uhr am Bahnhof im Dienst sind, bei Glätte streuen könnten, verneinte der Sprecher. „Sie sind nicht entsprechend ausgebildet und auch nachts nicht vor Ort.“

Stürze gab es schon kurz nach Inbetriebnahme der Brücke

Nur gut eine Woche nach Inbetriebnahme der Brücke im Mai waren zwei Menschen auf den Treppen der Brücke gestürzt. In einem Fall hatte das besonders schlimme Folgen: Eine 68 Jahre alte Dorstenerin hatte sich einen schweren Trümmerbruch zugezogen.

Wegen dieser Unfälle fragen sich viele Reisende, warum die alte Unterführung direkt im Bahnhofsbereich nicht bis zum Ende der Bauarbeiten offen gehalten werden konnte. „Bautechnisch war das nicht möglich“, hieß es bei der Bahn. Und auch eine nachträgliche Überdachung der Behelfsbrücke sei aus Gründen der Statik nicht machbar.

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