Auf dem Grünland entlang von Buttstraße/Antruper Straße (seitlich der Gärtnerei Schwalvenberg) sollen Baugrundstücke ausgewiesen werden. © Hans Blossey
Verfahren stockt

Bauwillige stehen in Hullern Schlange für attraktive Grundstücke

Mit dem neuen Baugebiet Buttstraße will die Stadt den Ortsteil Hullern stärken und gleichzeitig die große Nachfrage nach Grundstücken stillen. Aber das Verfahren geht nicht voran.

Am Ortseingang von Hullern will die Stadt ein neues, 2,5 Hektar großes Baugebiet entwickeln. Dafür hat die Politik im Sommer 2020 den Bebauungsplan Buttstraße aufgestellt. Bauwillige stehen Schlange, aber ein guter Wille allein reicht nicht. Die Fläche gehört 20 Privateigentümern, die alle ihr Einverständnis für die Umwandlung ihrer Grundstücke in Bauland geben müssen. Das ist bisher nicht geschehen.

Auf einer Eigentümerversammlung im vergangenen Jahr sei das Interesse durchaus groß gewesen, berichtet Stadtplaner und Architekt Robert Strauß. Aber es sei bis heute nicht gelungen, die Eigentümer zu einen.

Ohne schriftliches Einverständnis keine Planung

Robert Strauß soll im Auftrag der Stadt das Hullerner Baugebiet entwickeln. Um aktiv tätig werden zu können, müssen die Grundstückseigentümer mit dem Projektentwicklungsbüro aus Köln eine Vereinbarung unterschreiben, in der unter anderem das Einverständnis zur Entwicklung ihrer Flächen zu Bauland und die Übernahme der Kosten geregelt werden. „Natürlich kann ich niemanden dazu zwingen“, sagt Robert Strauß gegenüber der Halterner Zeitung. Aber ohne schriftliches Einverständnis könne er das Verfahren auch nicht weiter vorantreiben.

Aber die Zeit ist auch noch nicht abgelaufen. Sollten sich am Ende alle Eigentümer einig sein, wäre der nächste Schritt ein städtebaulicher Vertrag zwischen Stadt und Projektentwickler, in dem unter anderem die Leistungen wie Gutachten oder Fachplanungen geregelt werden. Sind die Planunterlagen fertig, folgt die Öffentlichkeitsbeteiligung. Bis dahin, so scheint es, ist es noch ein weiter Weg.

Die Nachfrage nach Baugrundstücken in Hullern ist konstant hoch. Das zeigte sich auch auf dem Ortsteilforum im vergangenen Jahr, bei dem die Stadt mit den Bürgern über Stärken und Schwächen des Ortes diskutierte. Es zeigte sich, dass die junge Generation Hullerns gerne vor Ort bleiben möchte und händeringend Bauland sucht.

Robert Strauß, seit 30 Jahren selbstständiger Stadtplaner, hatte vor Jahren schon das Baugebiet Imberg am Ortsrand entwickelt, ein familienfreundliches Wohngebiet mit heute gut 50 schmucken Häusern.

Bebauung mit Einzel- und Doppelhäusern wäre denkbar

An der Buttstraße (an der Antruper Straße und seitlich der Gärtnerei Schwalvenberg) wäre eine ähnliche Bebauung mit Einzel- und Doppelhäusern (maximal zwei Geschosse) denkbar. Auch für genossenschaftliches Bauen gibt es Interesse.

Eine Einigung aller Grundstückseigentümer ist immer langwierig, das zeigte sich zum Beispiel im Halterner Baugebiet Nesberg, wo 50 Eigentümer unter einen Hut gebracht werden müssen. Das dauert. Wenn in Hullern der Konsens nicht gelingt, müsste die Stadt ihre Pläne dort begraben. Aber das will sie eigentlich nicht, denn sie möchte im 2400 Einwohner zählenden Hullern nicht nur die Wünsche von Bauwilligen bedienen, sondern ebenso die vorhandene Infrastruktur mit eigenem Kindergarten, eigener Schule und ein wenig Gewerbe stärken.

Windräder sind kein Hindernis für Bauland

Dass am Ortseingang Hullern nun zwei Windräder genehmigt wurden, gefährdet nach Ansicht der Stadt das Baugebiet nicht. Baudezernent Siegfried Schweigmann stellt klar: „Das Landesgesetz mit der 1000-Meter-Abstandsregel, mit dem im Laufes dieses Jahres gerechnet wird, soll nur bestehende Wohngebiete schützen.“ Innerhalb eines Abstandes von 1000 Metern zur Wohnbebauung dürfe kein Windrad gebaut werden. Umgekehrt könne ein Wohngebiet dagegen nachträglich näher als 1000 Meter an eine bestehende Windenergieanlage heranrücken.

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Elisabeth Schrief

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