Im Galen-Park mussten kürzlich zwei Bäume gefällt werden - sie waren krank. © Benjamin Glöckner (A)
Rückschnitt, Fällungen

Baumpflege in Haltern: Stadt reagiert auf Kritik

Die Grünpflege der Stadt steht zunehmend im Fokus. Weil es zu den von ihr durchgeführten oder in Auftrag gegebenen Baum-Rückschnitten und -Fällungen oft Kritik gab, wurde nun reagiert.

Die Stadt Haltern wird ihre Bürgerinnen und Bürger künftig im Vorfeld stets über geplante Baumfällungen informieren. Das teilte Sprecherin Sophie Hoffmeier jetzt auf Anfrage mit. Zuletzt war frühzeitig auf die Fällung von zehn abgestorbenen Buchen am Lochtruper Hohlweg hingewiesen worden. Die Maßnahme sei aus Verkehrssicherheitsgründen erforderlich gewesen, hatte die Stadt angekündigt.

Viele Bürger würden sich sehr für die Grünpflegearbeiten der Stadt interessieren, meinte Hoffmeier. In der Vergangenheit hatten sich aber auch vermehrt Bürger und Politik über radikale Baum- und Heckenschnitte sowie vorschnelle Baum-Fällungen, die vom Baubetriebshof durchgeführt oder von der Stadt in Auftrag gegeben worden waren, beschwert.

„Ganz normaler“ oder radikaler Schnitt?

So hatte beispielsweise der Rückschnitt an der Lindenallee (Haardstraße) in Flaesheim im August letzten Jahres für Aufsehen gesorgt. Tatsächlich waren die 52 Linden massiv beschnitten worden.

Unlängst hatte Gerd Becker, Leiter des Baubetriebshofes, dazu im Klima-Ausschuss Stellung bezogen. Es habe sich bei jenen Arbeiten um einen „ganz normalen Schnitt“ gehandelt, hatte er erklärt. Die Bäume hätten sich inzwischen wieder ganz wunderbar entwickelt.

Auch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Recklinghausen hatte in einer Stellungnahme Kritik am Rückschnitt der 52 Linden geäußert. Einhergehend mit der Bitte, „künftig vergleichbare Maßnahmen bereits im Vorfeld mit der Unteren Naturschutzbehörde abzustimmen“.

„Da sind unzählige Schmetterlinge, Insekten und Vögel draufgegangen“

Besonders im Fokus gestanden hatte auch der massive Hecken- und Gehölzrückschnitt am Hohlweg zwischen Lünzum und Holtwick dieses Jahr. Hier sei in einen geschützten Landschaftsbestandteil erheblich eingegriffen worden, kritisierten die Grünen im Klima-Ausschuss die Maßnahme, die zu allem Überfluss auch noch während der Brut- und Setzzeit durchgeführt worden sei. „Da sind unzählige Schmetterlinge, Insekten und Vögel draufgegangen“, hatte sich Harald Klingebiel echauffiert.

Hier hatte Becker allerdings Versäumnisse eingeräumt. „Innerhalb der Schutzzeit wäre das nicht nötig gewesen“, so der Leiter des Beubetriebshofs. Diese Maßnahme sei „nicht autorisiert“ gewesen.

Ärger um Forderung nach Schulung der Mitarbeiter

Der Baubetriebshof-Leiter hatte damals deutlich gemacht, dass die Stadt laut Landesnaturschutzgesetz Fällungen und Rückschnitte auch innerhalb der Schutzzeit durchführen darf. „Wir machen von dieser Möglichkeit in der Regel nur dann Gebrauch, wenn eine Gefährdung vorliegt“, erklärte Becker. Alle Fällungen und Rückschnitte in der Schonzeit seien Einzelfallentscheidungen, bei denen gegebenenfalls zwischen Personen- und Naturschutz abgewogen werden müsse.

Dem Antrag der Grünen, Schulungen für Leitung und Beschäftigte des Baubetriebshofs durchzuführen, um „nicht fachgerechte Rodungsarbeiten“ künftig zu vermeiden, entspricht die Stadt jedoch nicht. Im Klimaausschuss zeigte sich Becker vielmehr erbost über diesen Antrag. Es handele sich sich bei seinen Mitarbeitenden um ein geschultes Team mit größtenteils langjähriger Erfahrung, hatte er ausdrücklich betont. Es werde nach anerkannten Maßstäben agiert.

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Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens

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