Bahnübergang Am Wehr: Das hat es mit den dauerparkenden Autos in Sythen auf sich

dzDeutsche Bahn

Seit einem Monat stehen am Bahnübergang Am Wehr in Sythen unbekannte Autos, mit wechselnden Fahrern. Die Anwohner vermuteten mögliche Einbrecher. Die Polizei lüftete das Rätsel.

Sythen

, 01.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wechselnde Wagen stehen vor einem Bahnübergang in Sythen, in der Straße Am Wehr. 24 Stunden am Tag, an der gleichen Stelle. Und das seit Anfang Juli. Alle acht Stunden wechselt das Auto, inklusive des Fahrers. Es steht sogar eine mobile Toilettenkabine unweit des Wagens, in der die Personen ihre Notdurft verrichten können.

Was die Wagen mit den wechselnden Insassen vor der Bahnschranke zu suchen haben? Diese Frage stellten sich die Anwohner von Anfang an. Nachbarn sprachen miteinander und spekulierten, ob es sich möglicherweise um Einbrecher handeln könnte, die die Gegend auskundschaften. Mit den Fahrern selbst hat niemand gesprochen.

Ein Anruf bei der Polizei bringt Klarheit

Auch Kevin Bartel, der etwa 100 Meter vom Bahnübergang entfernt wohnt, sorgte sich und tauschte sich regelmäßig mit den Nachbarn aus. Eines Tages hat er schließlich bei der Polizei angerufen, weil ihm das Ganze verdächtig vorkam. Er war nicht der Erste, der sich bei den Sicherheitskräften meldete, denn die waren schon auf diesen Anruf vorbereitet.

Sie gaben Entwarnung und informierten den Sythener über Bauarbeiten der Deutschen Bahn. Das konnte er auf Anhieb nicht nachvollziehen, weil weder schweres Gerät rollte und ganz gewöhnliche Autos vor der Schranke standen, ohne Logos der Deutschen Bahn.

Und schließlich seien die Anwohner nicht von Bauarbeiten informiert worden. „Sonst werden wir von der Deutschen Bahn in Kenntnis gesetzt, wenn hier Arbeiten stattfinden“, so Bartel.

Bahnsprecherin nimmt Stellung zu den Mitarbeitern vor Ort

Diesmal war es jedoch anders und das begründet eine Bahnsprecherin wie folgt: „Die Bauarbeiten haben keine Auswirkungen auf die Anwohner, weder auf den Schienen, noch auf den Straßen.“

Konkret handele es sich um eine defekte Kamera. Die Bahnsprecherin erklärt die Funktion der Videoüberwachung und des Mitarbeiters vor Ort. Sollten Verkehrteilnehmer den Bahnübergang betreten, obwohl das Ampelsystem auf Rot zeigt, könne das der Fahrdienstleiter über die Kamera beoabachten.

In solchen Situationen würden die Schranken nicht geschlossen, um Passanten und andere Verkehrsteilnehmer nicht einzuschließen. Gleichzeitig werde der Lokführer vom Fahrdienstleiter instruiert, den Bahnübergang in Schrittgeschwindigkeit zu passieren.

Das machen die Mitarbeiter der Deutschen Bahn Am Wehr

Da die Kamera derzeit defekt ist, wurden laut der Bahnsprecherin Mitarbeiter Am Wehr positioniert, die dem Fahrdienstleiter das Signal geben, dass der Bahnübergang frei ist und somit die Schranken geschlossen werden könnten. Die Mitarbeiter arbeiten in Acht-Stunden-Schichten. Bei jeder Tages- und Nachtzeit ist jemand anwesend.

Bahnübergang Am Wehr: Das hat es mit den dauerparkenden Autos in Sythen auf sich

Diese defekte Kamera ist der Grund, warum bereits seit einem Monat, Mitarbeiter der Bahn, 24 Stunden vor Ort im Einsatz sind. © Rezek

Die Arbeiten ziehen sich laut der Bahnsprecherin bereits seit einem Monat in die Länge, weil: „Zunächst wurde von einem Techniker überprüft, ob die Kamera instandgesetzt werden kann. Da es sich um ein älteres Modell handelt, konnten die Ersatzteile nicht beschafft werden und es wurde entschieden, eine neue Überwachungsanlage zu installieren. Diese Arbeiten sind umfangreicher, da eine komplett neue Sicherungstechnik am Bahnübergang installiert wird. Die Arbeiten sollen im August abgeschlossen werden.“

Zu den Kosten der Arbeiten gibt die Bahnsprecherin keine Auskunft. Sie teilt jedoch mit, dass „Sicherheit keine Kostenfrage ist“.

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