Meinung

Aufhebung der Impf-Priorisierung ab Montag ist Augenwischerei

Ab Montag dürfen sich alle Menschen, die wollen, impfen lassen. Theoretisch. Praktisch gibt es noch nicht einmal genügend Impfstoff für alle Risikopatienten. Was soll das, liebe Politik?
Noch nicht alle, die wollen, können ab Montag ein Impfangebot bekommen. © dpa

Jetzt haben wir den Salat: Am Montag fällt die Impfpriorisierung. Aber das ist eigentlich völlig egal. Denn es gibt nicht genug Impfstoff. Noch immer nicht. Seit Wochen ist der Impfstoff knapp, und daran wird sich vermutlich auch in absehbarer Zeit wenig ändern.

Der Erwartungsdruck unter den Patienten ist nicht nur in Haltern hoch. Doch längst sind noch nicht mal alle Angehörige von Risikogruppen vollständig durchgeimpft. Da kommt diese politische Entscheidung zur Unzeit. Knapp vier Monate vor den Bundestagswahlen macht sich das sehr gut, zu sagen, jetzt kann jeder, der will, eine Impfung bekommen, auch Kinder ab 12 Jahren sollen nun geimpft werden. Es klingt wie ein schönes Versprechen auf Normalität, ist aber Augenwischerei.

Wie der „Spiegel“ am Freitag berichtet, hält der Bund mehr als eine Million Impfstoff-Dosen von Biontech zurück, obwohl den Hausärzten und Impfzentren für Juni mehr Impfstoff versprochen wurde. Das Ministerium begründet das mit einer nötigen Reserve für Zweitimpfungen. In dem Zusammenhang macht es doppelt wütend, wenn gerade Ältere eine Impfung mit Vektorimpfstoffen ablehnen. So vieles haben Jüngere im letzten Jahr auf sich genommen, um ältere Menschen zu schützen. Da ist ein solches Verhalten schlicht unsolidarisch.

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