Auch die Halterner Kirche muss sparen: „Denkverbote gibt es nicht!“

dzPfarrei St. Sixtus

Das Bistum Münster muss rigoros sparen. Bis zum Jahr 2025 wächst das Defizit auf 32,7 Millionen Euro an. Das sind Schulden, die auch die Halterner Pfarrei St. Sixtus belasten.

Haltern

, 26.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kirchensteuerrat des Bistums Münster hat gerade getagt und den Haushaltplan 2021 für den nordrhein-westfälischen Teil beschlossen. Die Aussichten sind alles andere als rosig: Strategisch sparen - das ist die Vorgabe für die Zukunft. Das wird auch die katholische Pfarrei St. Sixtus zu spüren bekommen. Denn neben Einsparungen bei den Sach- und Personalkosten im Bistum sehen erste Vorschläge des Kirchensteuerrates ebenso Kürzungen der Zuweisungen an Gemeinden vor.

Die katholische Pfarrei Halterns muss also helfen, Löcher im Säckel zu stopfen. „Der Kirchenvorstand St. Sixtus wird die ihm möglichen Chancen für die Zukunft nutzen, um Ausgaben zu reduzieren und die Einnahmeseite zu verbessern“, sagt Karl-Heinz Gerritsen von der Zentralrendantur Haltern. Dies werde mit dem entsprechenden Augenmaß und angepasst an den sich ändernden Bedürfnissen der Pfarrei St. Sixtus geschehen.

Kirchenvorstand muss Sparvorschläge erarbeiten

Gerritsen erklärte auch, das Bistum Münster habe die Schlüsselzuweisungen, die den Kirchengemeinden für den laufenden Haushalt zur Verfügung gestellt werden, für die Jahre 2020, 2021 und 2022 festgeschrieben. Diese beläuft sich auf rund 1,3 Millionen Euro im Jahr. Nachträgliche Korrekturen erwartet der Finanzfachmann der Sixtus-Pfarrei für diesen Zeitraum nicht. Allerdings werde es für das Jahr 2023 Änderungen geben, deren Höhe jedoch noch nicht vorhersehbar sei.

Entscheidungen zu den Finanzen liegen beim Kirchenvorstand St. Sixtus. Wenn der Haushalt künftiger Jahre nicht mehr ausgeglichen dargestellt werden kann, wird der Kirchenvorstand nach Sparmöglichkeiten suchen. „Denkverbote gibt es dann nicht“, sagt Karl-Heinz Gerritsen deutlich.

Alle Gebäude, personelle Ausstattungen und Aktivitäten der Gemeinde würden durchleuchtet und auf ihre Notwendigkeit als auch Angemessenheit hin geprüft. Der Prozess werde sich über mehrere Jahre hinziehen und sich an den Bedürfnissen der Pfarrei orientieren. Gerritsen: „Es gilt, das richtige Augenmaß zu wahren. Heute etwas festzuschreiben und in Stein zu meißeln, macht da wenig Sinn und erzeugt Zukunftsängste.“

Kirchenaustritte vergrößern das Defizit im Bistumshaushalt

Für die prekäre Lage macht Ulrich Hörsting, Finanzdirektor des Bistums Münster, unter anderem die Corona-Pandemie, aber auch den Rückgang der Kirchenmitglieder verantwortlich. „Nach 2025 werden wir zu deutlich höheren Einsparungen gezwungen sein. Darauf müssen wir uns nun vorbereiten, um handlungsfähig zu bleiben“, kommentierte Hörsting die Situation.

Für das laufende Haushaltjahr wird geschätzt, dass die Kirchensteuereinnahmen wegen der zunehmenden Austritte um rund 10,3 Prozent im Vergleich zum Haushalt 2019 zurückgehen werden. Das entspräche einem Betrag von 35,3 Millionen Euro. Insgesamt sei es nötig, so Hörsting, für das Jahr 2025 strukturelle Einsparungen von 32,7 Millionen Euro im Vergleich zum Haushaltsplan 2020 zu erzielen.

4,8 Millionen Euro weniger Schlüsselzuweisungen

Zugleich müsse das Bistum im Blick halten, dass das Sparen nicht mit dem Jahr 2025 aufhören werde. „Nach 2025 werden wir zu deutlich höheren Einsparungen gezwungen sein, auf die wir uns in den kommenden Jahren vorbereiten müssen, um handlungsfähig zu bleiben.“

Seitens des Bistums wurde Haltern die Summe von Einsparungen im Bereich der Schlüsselzuweisung von 4,8 Millionen Euro bis 2025 benannt. Diese Schlüsselzuweisungen an die Pfarreien betragen aktuell rund 98,6 Millionen Euro. Die Höhe hängt von der Katholikenzahl und der Immobilien-Fläche ab. Karl-Heinz Gerritsen sagt dazu: „Wie die Zahlen künftig konkret auf die Kirchengemeinden umgelegt werden, ist uns derzeit nicht bekannt.“

Auch Wangerooge gehört zum Bistum

Das Bistum Münster ist eine flächenmäßig nicht zusammenhängende römisch-katholische Diözese im Münsterland und am Niederrhein (Nordrhein-Westfalen) sowie im Oldenburger Land (Niedersachsen). Auch die Insel Wangerooge beispielsweise gehört zum Bistum Münster. Im 15.265 Quadratkilometer großen Bistum Münster leben in über 200 Pfarreien ungefähr 1,8 Millionen Katholiken. Über 600 Kirchen, Kapellen und Klöster stehen im Bistum Münster. An der Kirchensteuerratssitzung nahmen aus Haltern Dombaumeisterin und Diözesan-Baudirektorin Anette Brachthäuser teil, aus Dorsten Bürgermeister Tobias Stockhoff.
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