Appell: Halterner Schulleiter setzen weiter auf den Schutz von Masken

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Maskenpflicht nein, aber ein dringender Appell, weiterhin die Maske auch im Unterricht zu tragen - in diesem Punkt sind sich die Schulleiter der weiterführenden Schulen in Haltern einig.

Haltern

, 03.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Infos aus dem NRW-Schulministerium kamen zu Beginn der Woche spät. Erst am Montagnachmittag, bevor die bisherige Regelung auslief, kam die neue Mail aus dem Ministerium. Kurz zuvor hatte Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) auf einer Pressekonferenz klargestellt, dass eine Maskenpflicht im Unterricht ab dem 1. September nicht mehr erlaubt sei.

In der Schulmail stand dann allerdings: „Schulen können sich im Einvernehmen mit der Schulgemeinde darauf verständigen, freiwillig auch weiterhin im Unterricht eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen.“ Wie gehen die weiterführenden Schulen in Haltern nun damit um?

„Wir empfehlen weiterhin das Tragen der Mund-Nase-Bedeckung auch im Unterricht, weil das Tragen von Masken entscheidend dazu beitragen kann, eine Ausbreitung der Corona-Infektionen zu verhindern“, sagt Ulrich Wessel, Schulleiter des Joseph-König-Gymnasiums. „Masken schützen die Gesundheit der Mitschülerinnen und Mitschüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer.“ Weil das die Schüler offenbar genauso sehen, halten sich viele an die Empfehlung ihres Schulleiters.

1,50 Meter Abstand zu den anderen

Ein Schulalltag ohne Maske – das ist ohnehin nur im Unterricht möglich. Wer nicht an seinem Platz sitzt und keine 1,50 Meter Abstand zu anderen einhalten kann, muss auch weiterhin Mund und Nase bedecken. „Das hat sich durch den neuen Erlass des Ministeriums nicht geändert“, so Wessel.

Auch Frank Cremer, Leiter der benachbarten Alexander-Lebenstein-Realschule, empfiehlt seinen Schülern, freiwillig weiterhin die Mund-Nase-Bedeckung auch im Unterricht zu tragen. Ein Großteil der Schülerinnen und Schüler komme dem nach. „Mittlerweile haben sich die Schülerinnen und Schüler ja auch ein Stück weit daran gewöhnt“, so Cremer.

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Die Maskenpflicht habe sich als sehr „tragfähig“ erwiesen. In anderen Schulen des Landes, wo es schon zu Coronainfektionen gekommen ist, habe man gute Erfahrungen damit gemacht. Dort habe es ausgereicht, „nur die unmittelbar Betroffenen in Quarantäne zu schicken“. Die restliche Lerngruppe habe weiter in den Präsenzunterricht gehen können. „Wenn alle auf die Maske verzichten, dann wird es deutlich schwieriger.“

Zwang nicht erlaubt

Auch Dagmar Perret, Leiterin der Joseph-Hennewig-Schule (Hauptschule) und Matthias Bomba von der Dependanceleitung des Hans-Böckler Berufskollegs in Haltern schließen sich dem Appell ihrer Kollegen an. Perret: „Es macht Sinn, vor allem wenn es räumlich eng wird und der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Aber wir können keinen Schüler zum Tragen der Maske im Unterricht zwingen.“

Klassen- statt Kurssystem

„Bei uns am Berufskolleg haben wir den Vorteil, dass wir in Klassen- und nicht in Kurssystemen arbeiten“, sagt Matthias Bomba. Dadurch komme es während des Schulalltags in der Regel auch nicht zu einer Vermischung der Schüler untereinander. Aber auch er empfiehlt, „die Maske lieber einmal zu viel als zu wenig aufzusetzen.“ Von einem Corona-Ausbruch sind die Halterner Schulen bisher verschont geblieben. Die Hoffnung ist groß, dass es auch künftig so bleibt.

Allein am Gymnasium, sowie der Real- und Hauptschule wurden in der vergangenen Woche weit über 100 Lehrerinnen und Lehrer getestet. Alle Ergebnisse waren negativ. Am kommenden Dienstag sollen erneut Testungen durchgeführt werden.

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