Andreas Wiethoff in seinem Musikraum mit Blick auf die Halterner Sixtus-Kirche. © Privat
Kulturecke

Andreas Wiethoff: Seit über 40 Jahren Teil der Halterner Rockszene

Halterns Kulturszene ist vielfältig. In der Rubrik „Kulturecke“ geben wir lokalen Künstlern, Bands und Vereinen eine Plattform. Heute: Musiker Andreas Wiethoff.

Es gibt Menschen, die sind immer irgendwie da. Sie halten sich mehr im Hintergrund auf, ziehen an Strippen und genießen still. Im wörtlichen Sinne zieht Andreas Wiethoff keine Strippen, viel mehr haut er in die Tasten.

Seit über 40 Jahren ist Wiethoff Teil der Halterner Rockszene. „Anfang der 1970er Jahre habe ich damit begonnen in Bands Musik zu machen. Wir waren eine der ersten Rockbands in Haltern und irgendwie der Startschuss für alle anderen“, sagt Andreas Wiethoff.

Zusammen mit Torsten Schmidt spielte er in der Band „Moment mal“. „Torsten war damals so etwas wie unser musikalischer Ziehvater“, fährt Wiethoff fort. „Er war ein ganzes Stück älter als der Rest und wir konnten eine Menge von ihm lernen.“

„Rekumer Highway Blues“ von Wiethoff über 1000 Mal verkauft

Der Musiker erinnert sich an seinen ersten größeren Auftritt. Neben dem Keyboard sollte er im Laufe des Konzerts auch Gitarre spielen. Diese stand die ganze Zeit im warmen Scheinwerferlicht auf der Bühne. Als Wiethoff schließlich zur Gitarre griff, hatten sich die Saiten durch die Wärme so verzogen und es kamen fast nur schräge Töne heraus.

Ein Foto aus alten Zeiten: 1983 ist Andreas Wiethoff mit seiner Band
Ein Foto aus alten Zeiten: 1983 ist Andreas Wiethoff mit seiner Band „Moment mal“ auf den Bühnen in Haltern aufgetreten. © (A) Franz Schrief © (A) Franz Schrief

Anekdoten, über die der Musiker heute Lächeln kann. „Im Grunde sind wir von Moment mal auch für die vielleicht bekannteste Hymne der Stadt Haltern verantwortlich. Den Rekumer Highway Blues“, sagt Wiethoff. „Das Lied ist in dieser Zeit entstanden. Wir haben den Song allein in Haltern über 1000 Mal verkauft.“ Später wurde es viel von der Band Virus D gespielt.

Nach 20 Jahren Pause hat Wiethoff progressive Rockmusik gemacht

Nach den regionalen Erfolgen und dem Rekumer Highway Blues wurde es still um Andreas Wiethoff. „Irgendwie habe ich dann 20 Jahre nichts mehr mit Musik am Hut gehabt. Ich habe zum Teil meine Instrumente verkauft.“ Den genauen Grund für seine langjährige Pause weiß er nicht mehr.

Doch Anfang der 2000er Jahre begann er mit der Band „betaplan“ mit progressiver Rockmusik. „Das war was vollkommenes Neues und hat mich sofort gefangen genommen. Wir versanken über Stunden in unserem Übungsraum und spielten.“ Seine selbst komponierten Stücke erzählen Geschichten, nehmen gefangen, lassen den Hörer eintauchen.

Den progressiven Rock interpretierte er bis 2009. Andreas Wiethoff lässt sich nicht einengen. Erst recht nicht, wenn es darum geht, mit wem er die Bühne teilt. Ob mit dem Projekt „Wort und Klang“, in dem er zusammen mit dem Gitarristen Jürgen Saalmann und der Lehrerin Paula B. Püttmann unterschiedliche Gedichte vorgetragen hat. Oder beim Projekt „Meeting Friends“ bei dem er mit 12 unterschiedlichen Künstlern die Bühne in der Schänke geteilt hat. Wiethoff glänzt durch seine Vielschichtigkeit.

Ein Auftritt in Russland gehört zu Wiethoff schönsten Erlebnissen

Mit Hilfe der Kontakte des Rockbüro Halterns gastierte er zusammen mit Sabrina Leushacke als Duo „Her Voice And my Piano“ unter anderem in der Philharmonie von Nowgorod, Russland. „Das war sicherlich eines meiner schönsten Erlebnisse“, sagt Wiethoff und lächelt.

2017 arbeitete er noch einmal für zwei Jahre mit Torsten Schmidt zusammen. Als Keyboarder brachte er sich bei Virus D ein. Im Jahr 2020 wurde es ruhiger. Andreas Wiethoff spürt die Folgen der Pandemie sowohl als selbstständiger IT-Experte, als auch bei neuen musikalischen Projekten.

Wiethoff setzt sich an sein Keyboard. In seinem Musikzimmer hat er einen faszinierenden Ausblick über die Dächer der Stadt. Die Sonne senkt sich hinter die alten Stadthäuser. „Hier kann ich abschalten und mich komplett auf meine Musik konzentrieren.“

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