Das Luftbild zeigt die Größe des kirchlichen Grundstücks rund um die Laurentius-Kirche mit Gotteshaus, Pfarrhaus und (ganz links) Kindergarten und Pfarrheim. © Hans Blossey
St. Laurentius

Altenheim und Campus: Baupläne machen auch vor Kirche nicht halt

Ein neues Altenheim an der Laurentiuskirche wird das Kirchengrundstück völlig verändern. Hier sollen alle Generationen ein Miteinander pflegen. Die Frage ist: Was wird aus der Kirche?

Ulrike Roß und Peter Künstler führen künftig als Geschäftsführer die Altenwohnhäuser St. Sixtus und St. Anna. Sie stehen vor interessanten Aufgaben. Größtes Projekt ist der Neubau eines Altenheimes an der Laurentiuskirche an der Augustusstraße. Zurzeit wird eine Machbarkeitsstudie erstellt. Es könnte sein, dass ein Teil der Kirche abgerissen werden muss.

Doch die beiden Geschäftsführer wollen die Gemeinde St. Laurentius nicht beunruhigen. „Wir nehmen die Gemeindemitglieder natürlich mit und schauen mit ihnen gemeinsam, was machbar ist“, betont Peter Künstler. Geplant ist ein Leuchtturmprojekt, das auch andere Städte inspirieren könnte. Die 80 Bewohner des geplanten Altenwohnhauses sollen mittendrin im Leben sein – in Verbindung mit dem Kindergarten St. Laurentius und einer aktiven Jugendarbeit im Pfarrheim sollen hier alle Generationen zusammenkommen und im Miteinander voneinander profitieren.

Kirche ganz oder in Teilen in das Konzept integrieren

Nach Auskunft von Ulrike Roß wird es Mitte des Jahres erste Pläne geben. „Wir sehen hier eine große Chance, etwas Beispielhaftes entstehen zu lassen“, sagt sie. Vorstellbar sind auch die Integration von Dienstleistern wie Café, Bäckerei oder Apotheke.

Wie das große Kirchengrundstück mit Kirche, Pfarrheim und Pfarrhaus entsprechend einem vorstellbaren Kostenrahmen überplant werden kann, wird die Machbarkeitsstudie zeigen. Denkbar wäre ein Abriss des Pfarrhauses, aber auch über die Zukunft der Kirche wird verhandelt. Man wolle sehen, ob oder inwieweit die 1955 eingeweihte Kirche in das Projekt integriert werden könne. Der Kirchturm soll auf jeden Fall stehen bleiben. Aber entschieden ist nichts.

Die St. Laurentius-Kirche wurde 1955 eingeweiht. © Holger Steffe © Holger Steffe

Baubeginn könnte im Jahr 2023 sein. Laut Altenpflegeplan des Kreises ist ab jenem Jahr ein weiteres Altenheim in Haltern notwendig. Die Katholischen Altenwohnhäuser haben sich dafür beworben. Als Standort war zunächst ein städtisches Grundstück an der Krummen Meer ins Spiel gebracht worden, dann besann sich die Gesellschaft auf kircheneigenen Grund rund um St. Laurentius.

„Betreutes Wohnen“ an der Johannesstraße

In fünf Jahren will die Katholische Altenwohnhäuser St. Anna/St. Sixtus GmbH mit dem Campus fertig sein und darauf folgend die Grundsanierung des vor 27 Jahren eröffneten Altenwohnhauses St. Sixtus an der Gartenstraße (damals ein Pilotprojekt) in Angriff nehmen. Hauptauftrag ist die Beseitigung der Doppelzimmer. Dafür ziehen die Bewohner dann ins neue Haus auf dem Laurentius-Campus.

Zur Person

Ulrike Roß ist gelernte Industriekauffrau. Sie hat nach 17 Jahren Erziehungszeit / Pflegezeit eine neue Ausbildung zur Kauffrau im Soz. U. Gesundheitswesen absolviert. Bis zum Wechsel nach Haltern war sie 17 Jahre in den Bereichen der Psychotherapie/Psychiatrie/Neurologie tätig. Zuletzt hatte sie die Verwaltungsleitung einer Überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft und befasste sich zum Schluss mit der Ausrichtung und dem Neuaufbau von medizinischen Versorgungszentren.

Außerdem plant die Gesellschaft in Verbindung mit dem Caritasverband an der Johannesstraße zeitnah ein Projekt „Betreutes Wohnen“ mit rund 17 Wohnungen. „Das alles sind interessante Projekte, der Einstieg für mich in Haltern gestaltet sich auf jeden Fall spannend“, sagte Ulrike Voß in einer Videokonferenz mit der Halterner Zeitung.

Neue Geschäftsführung – Dank an Johannes Böcker

Ulrike Roß aus Karthaus ist seit dem 1. Januar Geschäftsführerin in der Gesellschaft Katholische Altenwohnhäuser St. Anna und St. Sixtus gGmbH. Der betriebswirtschaftliche Bereich liegt in ihrer Verantwortung. Die Geschäftsführung teilt sie sich mit Peter Künstler, der die Bereiche Pflege, Sozialer Dienst und Hauswirtschaft leitet. Er ist seit 1999 in den Altenwohnhäusern tätig. Ulrike Roß war zuletzt in Steinfurt tätig.

Ulrike Roß (l.) und Peter Künstler (r.) sind gleichberechtigte Geschäftsführer der Altenwohnhäuser St. Sixtus/St. Anna. Johannes Böcker (M.) leitete die Häuser 27 Monate kommissarisch. © Privat © Privat

Johannes Böcker hat die Altenwohnhäuser in den letzten 27 Monaten geführt, in den letzten fünf Monaten schon gemeinsam mit Peter Künstler. Der Aufsichtsrat und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dankten Johannes Böcker für eine erfolgreiche Zeit sowie für zahlreiche umgesetzte und angestoßene Projekte.

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Elisabeth Schrief

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