Der Halterner Bernhard Haertel hatte Schwierigkeiten, bei der Hotline durchzukommen, um sich einen Impftermin geben zu lassen. © dpa
Coronavirus

Ärger um Impftermin: Halterner (89) angeblich nicht anspruchsberechtigt

Der Halterner Bernhard Haertel (89) probierte den ganzen Tag, sich einen Impftermin geben zu lassen. Eine Ansage schockierte ihn – er sei nicht anspruchsberechtigt, wurde ihm mitgeteilt.

Bernhard Haertel wird bald 90 Jahre alt. Wie so viele Bürger, die 80 Jahre oder älter sind, wollte er sich am Montag (25. Januar) einen Impftermin geben lassen. Zwölf Stunden lang versuchte er sein Glück – vergebens. Schließlich habe er sogar mitgeteilt bekommen, dass er nicht zur anspruchsberechtigten Impfgruppe gehöre, sagte er am Dienstag gegenüber der Halterner Zeitung.

Bei einem seiner Anrufe bei der Hotline unter der 0800-11611702 habe eine Stimme ihm mitgeteilt, dass er nicht zu den Bürgern gehöre, die geimpft werden sollen. „Wie vom Band war die Stimme“, sagt er. „Das war ein Schock.“

„Böse gedacht“

Bernhard Haertel war total aufgewühlt. „Ich saß von 8 bis 20 Uhr vor dem Telefon“, erklärt er. „Man habe den Eindruck haben können, dass die alten Menschen gar nicht geimpft werden sollen, böse gedacht.“

Falsches Geburtsdatum nennen bringt nichts

Wer bei der Impfterminvergabe am Telefon ein falsches Geburtsdatum nennt, werde nicht früher geimpft, sagte KVWL-Sprecherin Vanessa Pudlo. Am Testzentrum werde das Geburtsdatum noch einmal kontrolliert, man werde dann nach Hause geschickt. Der Impftermin wäre in diesem Fall aber trotzdem geblockt, deshalb appelliert Pudlo an das „soziale Gewissen der Bürger“.

Dass dieser Fall so vorgekommen sein könnte, bestätigt Vanessa Pudlo, Sprecherin des Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL): „In Teilen gibt es noch technische Probleme bei der Terminsystematik, an deren Behebung im Moment mit Hochdruck gearbeitet wird.“

Die vom Halterner geschilderte Ansage per Band habe es ein paar Mal gegeben, wenn alle Leitungen belegt waren – anstatt der Aufforderung, es zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu versuchen, teilte sie mit. Warum diese Ansage einige Male vorgekommen sei, konnte sie nicht sagen. „Wir raten den Bürgern, es in diesem Fall zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen.“ Die Bürger sollen sich nicht durch die Bandansage verunsichern lassen.

Der Halterner hätte sich gewünscht, dass die Impftermine sofort auf dem Bescheid gestanden hätten. „Man hätte das beispielsweise alphabetisch lösen können, so wie Dieter Böhmer es vorgeschlagen hat.“ Böhmer wandte sich bereits am Montag an die Halterner Zeitung. Er schlug vor, die Impftermine erstmal städteweise aufzuteilen oder nach den Buchstaben im Alphabet zu gehen.

Mittlerweile ist Haertels Ärger aber größtenteils verflogen. Am Dienstag kam er schließlich doch in der Hotline durch. Seine Impftermine hat er nun am 6. März für die Erst- und am 28. März für die Nachfolgeimpfung. Dass er noch so lange warten muss, findet der Halterner nicht schlimm. Zum Impfzentrum in Recklinghausen fahren wolle er mit dem Taxi. „Ich bin nicht mehr so mobil.“

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