Die RVR-Ranger Benjamin Rohloff (l.) und Michael Zielkowski sind auch in der Haard regelmäßig auf Streife. © Daniel Winkelkotte
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Achtung Kontrolle: Radelnde RVR-Ranger sorgen für Ordnung in der Haard

Seit dem vergangenen Jahr sind Ranger von RVR Ruhr Grün mit elektrischer Unterstützung in den Wäldern unterwegs. Der Eigenbetrieb hat E-Bikes für dienstliche Kontrollfahrten angeschafft.

Der Regionalverband Ruhr (RVR) ist einer der größten kommunalen Waldbesitzer in Deutschland, er ist für 18.000 Hektar Freiflächen zuständig. Seen, Naturschutzgebiete und Waldflächen, wie die Haard, gehören zum Einsatzgebiet von Benjamin Rohloff und Michael Zielkowski. Sie gehören zum Team der RVR-Ranger.

„Unsere wichtigste Aufgabe ist es, Erholungssuchende vor Ort über die sensiblen Bereiche aufzuklären“, erklärt Benjamin Rohloff. Es gehe darum, die Rückzugsorte von Tieren und Pflanzen vor möglichen Gefährdungen zu schützen und die Menschen für die Natur zu sensibilisieren. In der Haard bei Flaesheim sind die Ranger regelmäßig unterwegs, um insbesondere Querfeldeinbiker aus dem „Verkehr“ zu ziehen.

„Grundsätzlich haben wir nichts gegen Radfahrer – wenn sie auf den Wegen bleiben“, erläutert Michael Zielkowski. Die Haard sei jedoch immer wieder Treffpunkt einiger „Downhill-Biker“, die die rasante Abfahrt querfeldein abseits offizieller Pfade bevorzugen und dabei nicht nur die Natur zerstören, sondern auch sich und andere Besucher gefährden. Abseits der offiziellen Wege werden mitunter sogar Trails mit Pistenüberhöhungen, tiefe Gruben und andere Hindernisse errichtet. „Auf diesen nicht befestigten Wegen gilt jedoch ein absolutes Fahrverbot“, so Benjamin Rohloff.

Auf frischer Tat ertappen

Um die Einhaltung des Verbotes zu kontrollieren, gehen die beiden RVR-Ranger mit ihren modernen und gut ausgestatteten E-Bikes regelmäßig in der Haard und anderen Waldgebieten der Region auf Streife. Sie kennen sich in ihren Revieren bestens aus, wissen, wo sie die Übeltäter „auf frischer Tat ertappen“ können. Wenn Mahnen und Erläutern nicht hilft, können sie sogar Bußgelder verhängen. Zielkowski: „Wer von uns auf den illegalen Pfaden erwischt wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldstrafe belegt werden kann.“ In besonderen Härtefällen behalte sich der RVR weitere rechtliche Schritte, bis hin zur Erteilung von Hausverboten, vor. „Das kommt aber nur selten vor.“

RVR-Ranger in der Haard from Ruhr Nachrichten on Vimeo.

Um die Natur zu schützen und Konflikte zu vermeiden, hat der RVR im Juni dieses Jahres den 42 Kilometer langen Mountainbike-Rundkurs „Haard on Tour“ freigegeben. Der Rundkurs für Biker ist Teil von insgesamt vier Maßnahmen im Erholungsraum Haard, die durch verbesserte Angebote eine naturverträgliche Erholung für verschiedenste Nutzer ermöglichen. Dazu zählen neben dem MTB-Rundkurs ein neues Rundwanderwegesystem, die Waldpromenade am Südrand sowie ein Informations- und Orientierungssystem für Besucherinnen und Besucher.

„Rücksichtsvolle Radfahrer und Mountainbiker auf den offiziellen und befestigten Wegen sind weiterhin gern gesehene Gäste“, sind sich die beiden Ranger einig. Letztlich gehe es im Wald immer darum, gegenseitig Rücksicht aufeinander zu nehmen. In den kommenden Herbstwochen werden die RVR-Ranger auch illegale Pilzsammler in den Fokus nehmen. Benjamin Rohloff sagt: „Egal ob Reiter, Pilzsammler, Spaziergänger oder Radfahrer. Wir appellieren an die Vernunft aller, sich an die vorhandenen Regeln zu halten und rücksichtsvoll miteinander umzugehen. Das macht vieles einfacher.“

Ranger sind Botschafter

Wald- und Naturschutzgebiete seien in einem Ballungsraum wie der Metropole Ruhr ein wertvolles Gut, das dem Klimaschutz aber auch der Freizeit und Erholung sowie der Umweltbildung diene, so RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel. „Unsere Ranger sind Botschafter der grünen Infrastruktur, die die Besucher für ein gutes Zusammenspiel von Mensch und Natur sensibilisieren wollen.“

Die RVR-Ranger fungieren dabei übrigens nicht nur als Moderatoren zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen im Wald, sie informieren auch mit Führungen, Projekttagen oder naturkundlichen Schul- und Bildungsprogrammen über den Schutz von Flora und Fauna. Sie stehen Landwirten und Tierhaltern in Fragen des Vertragsnaturschutzes zur Seite. Wiesenpflege, Hecken- und Baumschnitt, Artenschutzmaßnahmen, Gefahrensicherung und Abfallbeseitigung fallen in ihren Aufgabenbereich. Nicht zuletzt kontrollieren sie die Einhaltung von Schutzbestimmungen und unterstützen Polizei, Feuerwehr und Behörden.

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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