900 Atemschutzmasken aus China werden an Hausärzte in Haltern verteilt

dzAtemschutzmasken

Atemschutzmasken sind im Kampf gegen das Coronavirus auch in Haltern knapp geworden. Jetzt bekommen die Ärzte vor Ort Hilfe von unerwarteter Seite.

Haltern

, 23.03.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coronavirus hat Atemschutzmasken in der ganzen Welt zu einem begehrten Gut gemacht. Auch für Halterner Hausärzte ist es nicht leicht, die Bestände aufzufüllen. Jetzt erhalten sie Hilfe von unerwarteter Seite.

Das Halterner Unternehmerehepaar Karin Nelke-Mertens und Markus Nelke hat seine wirtschaftlichen Kontakte nach China genutzt, um 900 Atemschutzmasken aus dem Land der Mitte nach Deutschland zu holen und der Halterner Ärzteschaft zur spenden. Der Betrieb der Nelkes lässt in der chinesischen Provinz Zhejiang Sicherheitsschuhe produzieren, die dann über Haltern in ganz Europa vermarktet werden.

Es musste ein Flieger nach Deutschland gefunden werden

„Unser chinesischer Partner hatte schon vor Wochen gefragt, ob wir Atemschutzmasken gebrauchen können“, sagte Markus Nelke. Damals habe er noch abgewunken. Aber als dann in der Halterner Zeitung darüber berichtet wurde, dass Schutzausrüstung auch vor Ort knapp geworden sei, habe er sofort reagiert. Im Kampf gegen das Coronavirus könne jeder einen Beitrag leisten, führte er aus.

Mehrere Tage wartete die Lieferung in China auf ihren Transport, denn es war schwierig, einen Flieger nach Deutschland zu finden. Am Montag wurden die Schutzmasken an Sahra Ohsa, Mitarbeiterin der Arztpraxis Dr. Astrid Keller und Beate Michel, übergeben.

„Gut, wenn alle an einem Strang ziehen“

„Wir fühlen uns unterstützt“, erklärte Astrid Keller. Es sei schön, zu erfahren, dass hier alle an einem Strang ziehen. Die Masken sollen nun über das Halterner Ärztenetzwerk verteilt werden.

Atemschutzmasken, die bundesweit über die Kassenärztliche Vereinigung an die Ärzte verteilt werden sollen, sind bisher in Haltern noch nicht eingetroffen. Die Praxen selbst haben Probleme, ihre Vorräte auf dem Markt aufzufüllen. Da ist es gut, dass dem medizinischen Personal in Haltern im Angesicht der Krise von unterschiedlichen Seiten Unterstützung zuteil wird.

Dr. Astrid Keller berichtete in diesem Zusammenhang über eine gute Kooperation mit Halterner Kaufleuten und Handwerkern, die ihrerseits ihre Kontakte nutzen oder ihre Fertigkeiten unbürokratisch einsetzen.

Halterner zeigen sich solidarisch

So hätten die Ärzte zum einen weitere Atemschutzmasken zum Selbstkostenpreis bestellen können. Zum anderen seien Glasabtrennungen zum Schutz des medizinischen Personals schnell geliefert worden.

Markus Nelke berichtete übrigens im Gespräch mit der Redaktion davon, dass bei Kontakten mit seinen chinesischen oder auch norditalienischen Partnern die menschliche Ebene eine größere Rolle spiele als zuvor. Es werde immer danach gefragt, wie gerade die Lage vor Ort aussehe.

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