1,2 Tonnen Fische sind wegen zu wenig Sauerstoff in der Stever verendet

dzFischsterben

Seit Anfang des Monats sind Hunderte Fische in der Stever ums Leben gekommen. Schuld ist der fehlende Sauerstoff im Wasser. Jetzt aber, sagt Gelsenwasser, scheint es vorbei zu sein.

10.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst waren es kleine Fische und Fischbrut, am Ende starben auch große Fische in der sauerstoffarmen Zwischenstever - darunter Barsche, Rotaugen und Karpfen. Seit vergangenem Dienstag hat die Feuerwehr Haltern in einem Abschnitt von 50 Metern mehrere Stunden am Abend Wasser aus der Stever entnommen und wieder in den Fluss gepumpt, um den Sauerstoffgehalt zu erhöhen. Gebracht, sagt Heidrun Becker, Pressesprecherin der Gelsenwasser AG aus Gelsenkirchen, habe das leider kaum etwas.

1,2 Tonnen Fische (so viel wiegt ein aktueller VW Golf) sind seit Anfang August in der Stever verendet. Schuld daran ist der Sauerstoffmangel: Während im Oberlauf der Stever noch 10 Milligramm Sauerstoff pro Liter gemessen wurden, waren es im kritischen unteren Verlauf trotz der Einsätze der Feuerwehr lediglich zwischen 2 bis 3 Milligramm. Dabei seien allerdings zwischen 5 bis 7 Milligramm mindestens nötig gewesen, so Heidrun Becker. „Mit der Aktion können Sie den Sauerstoffgehalt auf 1,5 Kilometern Länge der Zwischenstever einfach nicht bemerkbar erhöhen“, so Becker.

Fischsterben scheint aufgehört zu haben, sagt Gelsenwasser

500 Kilo der Fische hatte Gelsenwasser Anfang der Woche bereits aus dem Gewässer geholt, 700 weitere Kilo wurden gemeinsam mit dem Baubetriebshof der Stadt Haltern am Mittwoch und Donnerstag eingesammelt. Die gute Nachricht allerdings: Das Fischsterben scheint nun aufgehört zu haben, teilt Gelsenwasser mit. Erst, nachdem alle verendeten Tiere eingesammelt worden seien, sei so eine Prüfung möglich geworden. „Es bleibt ein Boot über das Wochenende auf der Zwischenstever liegen. Für den Fall, dass sich die Situation wieder verschlechtert“, sagt Heidrun Becker.

Jetzt lesen

Um das ökologische Gleichgewicht in der Stever zu halten, führt Gelsenwasser seit Anfang Juli konstant 7500 Kubikmeter Wasser aus der Talsperre Hullern in die Zwischenstever. Die Aktion der Feuerwehr, bei der 1500 bis 2000 Liter Wasser pro Minute in das Gewässer gepumpt wurden, konnte den Sauerstoffgehalt allerdings nicht weiter anreichern. „Der Sauerstoffgehalt ist in den Morgenstunden, wenn die Fische verenden, am geringsten“, so Becker.

Am vergangenen Freitag (2. August) waren Spaziergängern erstmals kleine tote Fische an der Wasseroberfläche der Stever aufgefallen. Kurz darauf hatten Wasserproben bestätigt, dass zu wenig Sauerstoff in dem Gewässer ist.

1,2 Tonnen Fische sind wegen zu wenig Sauerstoff in der Stever verendet

Mit Hochdruck pumpte die Feuerwehr Wasser in die Stever. © Werner Schulte (Feuerwehr)

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt