Als Christine Rosemeyers Tochter Lotte sechs Monate alt war, wurde sie mit Stoffwindeln gewickelt. Die Fröndenbergerin schwört nach wie vor auf die umweltfreundliche Alternative und findet es toll, dass jemand das Thema in die Politik einbringen möchte. © Udo Hennes

Sinnvolle Alternative für Junge Eltern? Fröndenberg soll Stoffwindeln fördern

Was haben Detmold, Rheda-Wiedenbrück und Freiburg gemeinsam? Alle Städte unterstützen Eltern, die sich für Stoffwindeln entscheiden. Hier soll sich jetzt auch Fröndenberg einreihen.

Umwelt- und klimafreundliche Alternativen gibt es inzwischen für viele Produkte. So auch für die herkömmliche Wegwerfwindel. Die Stadtverwaltung könnte mit einer Förderung dazu beitragen, Stoffwindeln populärer zu machen. Das regt jetzt ein Bürgerantrag an, der bald von der Politik beraten werden soll. Die Idee klingt etwas verrückt, ist es aber gar nicht. In vielen deutschen Kreisen und Kommunen gibt es Windelförderprogramme bereits.

Die Fröndenbergerin und junge Mutter Christine Rosemeyer hat den Antrag zwar nicht gestellt, freut sich aber, dass endlich jemand diesen Vorstoß gewagt hat. Erst vor wenigen Wochen hatte sie den Stadtverband der Grünen auf das Thema aufmerksam gemacht. Rosemeyer ist selbst Verfechterin der Stoffwindel, bietet dazu auch eine Beratung für interessierte Eltern an.

Fakt sei ja, dass die Stadt Fröndenberg Eltern mit kostenlosen Windelsäcken unterstütze. Warum sollte eine ähnliche Unterstützung nicht auch denjenigen zuteil werden, die sich für eine umweltfreundliche Alternative entscheiden, findet die Fröndenbergerin. Dem Antragsteller kann sie nur beipflichten.

Christine Rosemeyer hat sowohl mit Stoffwindeln als auch mit der Wegwerf-Variante ihre Erfahrungen gemacht. Die gibt die Familienberaterin gerne weiter. © Privat © Privat

Selbstverständlich sei es jedem selbst überlassen, wie er sein Kind wickelt – für Christine Rosemeyer haben Stoffwindeln allerdings nur Vorteile: „In der Anschaffung sind sie erst mal teuer“, sagt die Mutter. „Unterm Strich spart man allerdings.“ Beim ersten Kind habe sie rund 3000 Euro für normale Windeln bezahlt. Beim zweiten Kind rund 600 Euro für Stoffwindeln und 150 Euro zusätzlich fürs Waschen.

Hygienebedenken brauche niemand haben: Bei 60 Grad in der Waschmaschine seien die Windeln sauber und keimfrei. Im Internet gibt‘s sogar für gebrauchte Windeln einen Markt.

Vorteile für die Gesundheit

„Stoffwindeln bieten auch für die Hüftentwicklung Vorteile“, sagt Rosemeyer. Und für den Baby-Popo seien die hautfreundlichen Materialien allemal schonender. Denn der Stoff, der in einer Windel die Feuchtigkeit aufsauge, trockne die Haut ebenso aus.

Stoffwindeln sollen nicht nur Müll vermeiden, sondern auch gesünder und unterm Strich günstiger sein. © Privat © Privat

Im Antrag, der vom Rat zur Prüfung an die Verwaltung verwiesen werden soll, ist auch vom Müll die Rede, den Wegwerfwindeln erzeugen. Demnach benötige jedes Kind rund 5000 Einwegwindeln und erzeuge damit rund 1000 Kilogramm nicht recyclebaren Müll.

Aus diesem Grund sei es sinnvoll, die Anschaffung von Stoffwindeln finanziell zu bezuschussen. Damit sei ein Anreiz geschaffen, auf die umweltverträglichere Variante umzustellen.

Stoffwindelberatung

  • Wer sich für Stoffwindeln interessiert, kann sich von der Fröndenbergerin Christine Rosemeyer beraten lassen.
  • Derzeit bietet sie eine auf die Corona-Zeit abgestimmte digitale Beratung an.
Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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