Jürgen Wiechert (links neben Barbara Streich), hier bei einer Veranstaltung nach der Ablösung von Thomas Reimann als Leiter des Treffpunkts Windmühle im März 2020, war lange Zeit SPD-Ratsherr und ist im Sozialen Netzwerk Mühlenberg engagiert. © Archiv/Peter Benedickt
SPD Fröndenberg

Drohung mit dem Anwalt: Genossen Potthoff und Wiechert erzürnt über SPD-Chef Böcker

Bevor ein Parteiordnungsverfahren in Frage komme, wolle man die Situation erst einmal „beobachten“: Diese Äußerung von Fröndenbergs SPD-Chef Torben Böcker erzürnt die beiden Fraktionsabtrünnigen.

Von einer „Unverschämtheit“ spricht Kurt Potthoff. Jürgen Wiechert droht gar damit, seinen Rechtsbeistand einzuschalten. Die beiden langjährigen SPDler wehren sich dagegen, unter den Verdacht künftigen parteischädigenden Verhaltens gestellt zu werden.

»Ich werde nie meine Partei schädigen, sondern die Moral hochhalten.«

Jürgen Wiechert, SPD-Mitglied

Nach ihrem Austritt aus der SPD-Fraktion im November und der Gründung einer eigenen, der SWGF-Fraktion – Soziale Wählergemeinschaft Fröndenberg – sind Kurt Potthoff und Jürgen Wiechert bis heute SPD-Mitglieder.

Torben Böcker, Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes, hatte am vergangenen Montag im Gespräch mit dieser Redaktion bestätigt, dass wegen des Fraktionsaustritts ein Parteiordnungsverfahren noch nicht eingeleitet worden sei.

Das Ergebnis eines solchen Verfahrens kann nach dem SPD-Parteistatut von einer Rüge bis zu einem Parteiausschluss reichen.

Ein Fraktionswechsel sei indes, so Böcker, grundsätzlich ausreichend, um ein Verfahren gegen das Duo anzustrengen. Man wolle allerdings „die Zukunft abwarten“ und zunächst „die Situation beobachten“, meinte Böcker.

Die beiden Fraktionsabtrünnigen, langjährige Genossen, bringt diese Äußerung auf die Palme. „Wir brauchen keinen Überwachungsstaat von sogenannten Moralisten, sondern Anstand und Ehrlichkeit, beides ist nicht gegeben“, formuliert Jürgen Wiechert.

„Wegen Kungeleien“ aus der SPD-Fraktion ausgetreten

Er sei nicht aus der SPD ausgetreten, sondern aus der SPD-Fraktion „wegen Kungeleien“. In dasselbe Horn bläst Kurt Potthoff. „Das ist eine Unverschämtheit“, sagt der bei der Wahl der Vize-Bürgermeister Anfang November trotz nomineller Mehrheit durchgefallene SPD-Kandidat.

„Wir haben uns nichts zuschulden kommen lassen“, so Potthoff im Gespräch mit der Redaktion. Torben Böcker war auf die Frage, welches Verhalten von Potthoff und Wiechert in der Zukunft zu einem Parteiordnungsverfahren führen könne, nicht konkret geworden.

„Torben Böcker bleibt immer im Ungefähren“, kritisiert Kurt Potthoff den Parteichef, den er zugleich als „einen der Rädelsführer“ bezeichnet. „Die SPD sollte sich mal fragen, warum zwei alte Genossen aus der Fraktion austreten“, so Potthoff weiter.

Jürgen Wiechert wird noch deutlicher. „Sollte der Herr Torben Böcker mich weiter in der Öffentlichkeit anprangern, werde ich meinen Rechtsbeistand einschalten“, lässt der Ratsherr wissen. Und: „Ich werde nie meine Partei schädigen, sondern die Moral hochhalten.“

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Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land

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