Ein 90-jähriger Mann hatte nach einem Anruf seiner vermeintlichen Tochter versucht, viel Geld für sie abzuheben. Betrugsversuche häufen sich derzeit laut Aussage der Polizei. © picture alliance / dpa
Polizei

Telefonbetrügerin schockt 90-Jährigen, doch der hat einen Schutzengel

„Hier ist deine Tochter“, meldete sich die Frau am Telefon des 90-Jährigen. Sie brauche nach einem Unfall Geld für eine Operation. Wie die Geschichte in letzter Sekunde noch aufflog.

Eine Bankangestellte hat am Donnerstag dafür gesorgt, dass einem Senior ein großer finanzieller Verlust erspart blieb. Der 90-jährige Dinslakener hatte gegen 13.45 Uhr am Donnerstag einen Anruf erhalten. „Hier ist Deine Tochter!“ stellte sich eine Unbekannte vor, woraufhin der Rentner prompt den Vornamen seiner wirklichen Tochter nannte.

Jetzt hatte die Betrügerin laut Polizeibericht leichtes Spiel und brachte den Mann dazu, direkt zur Bank zu gehen, um eine große Summe abzuholen. Dieses Geld bräuchte sie für eine dringende Operation nach einem schweren Autounfall. Der 90-Jährige setzte sich daraufhin in einen Linienbus und fuhr geradewegs zu einer Bank.

Pfiffige Bankangestellte

Doch die Betrüger hatten die Rechnung ohne die pfiffige Bankangestellte gemacht. Sie schöpfte sofort Verdacht und zog den Filialleiter hinzu. Beide brachten den Dinslakener erst einmal in ein Büro und riefen von dort die „echte“ Tochter an. Somit flog die ganze Geschichte auf.

Weniger Glück hatten zwei Rentnerinnen, die ebenfalls in Dinslaken Opfer eines Betruges wurden. Zwei Unbekannte, die sich als Mitarbeiter der Telekom ausgaben, konnten sich so problemlos Zutritt zu den Wohnungen der Damen verschaffen. Anschließend mussten die Frauen im Alter von 93 und 85 Jahren den Verlust von unter anderem Schmuck feststellen.

Vermeintliche Pflegerin wollte in die Wohnung

„Zurzeit stellen wir wieder vermehrt derartige Betrügereien oder Versuche dieser Art fest“, so die Polizei. Erst am Mittwoch habe in Wesel jemand versucht, sich als vermeintliche Pflegerin Einlass in die Wohnung einer alten Dame zu verschaffen.

„Wir können immer nur davor warnen, Fremde in die Wohnung zu lassen und sich auch am Telefon nicht einschüchtern oder einwickeln zu lassen. Insbesondere bitten wir Angehörige, Freunde und Nachbarn ältere Menschen über diese Maschen aufzuklären“, so die Polizei.

So kann man sich schützen

Die Polizei gibt zahlreiche Tipps: Bei einem Anruf der Polizei erscheine niemals die „110“ in der Anzeige des Telefons. Die Polizei frage niemals nach Geld, Schmuck oder Wertgegenständen. Die Polizei hole niemals Geld bei ab und bewahre es für Bürger auf. „Bleiben Sie misstrauisch, beenden Sie das Gespräch. Rufen Sie im Zweifel ihre Polizei unter 110 an! Benachrichtigen Sie ihre Angehörigen! Sprechen Sie bereits im Vorfeld mit ihnen über solche Situationen. Übergeben Sie unbekannten Personen niemals Geld oder Wertsachen!“, so die Polizei.

Wer Opfer eines solchen Anrufes geworden ist, solle sich bei der Polizei und Anzeige erstatten.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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