Coronavirus

Impfstoff reicht im Februar nur für 17 Prozent der Senioren

Im Februar stehen dem Kreis Recklinghausen nur 7.185 Dosen zur Verfügung. Die entsprechende Anzahl an Terminen ist so gut wie vergeben. Tausende müssen länger warten.
Der Corona-Impfstoff ist nach wie vor knapp. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Im Kreis Recklinghausen werden im Februar erst mal nur rund 17 Prozent der Impfberechtigten über 80 Jahre ihre erste Corona-Immunisierung erhalten können. Der Grund: Mehr Impfdosen stehen dem Impfzentrum des Kreises nicht zur Verfügung.

Das Zentrum auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen nimmt am 8. Februar – wie alle anderen Einrichtungen in NRW – seine Arbeit auf. Pro Woche im Februar sind dem Kreis 2.395 Impfdosen des Herstellers Biontech zugesagt worden; insgesamt also 7.185. „Exakt so viele Termine werden für den Februar auch vergeben“, sagt Kreis-Sprecherin Svenja Küchmeister.

42.000 Menschen wurden angeschrieben

Insgesamt sind im Kreis rund 42.000 Personen, die wegen ihres Alters (80 plus) zur Gruppe mit der höchsten Priorität gehören, angeschrieben und zur Impfung eingeladen worden. Für den Februar war, Stand gestern Nachmittag, das Termin-Kontingent bis auf Ausnahmen vergeben. Das Impfzentrum selbst könnte täglich bis zu 2000 Menschen immunisieren – wenn es ausreichend Impfserum gäbe.

Ansturm hält Dienstag an

Unterdessen hielt der Ansturm auf die Terminvergabe auch am Dienstag an. Leser berichteten, sie seien im Callcenter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) auf einen späteren Tag vertröstet worden, weil es angeblich keine Termine mehr im Impfzen-trum Recklinghausen gebe. Das bestätigen die Verantwortlichen der Kassenärztlichen Vereinigung allerdings nicht. „Es werden täglich neue Termine eingestellt“, sagte KV-Sprecherin Heike Achtermann auf Anfrage.

Allerdings müssen sich die impfwilligen Senioren gedulden, bis sie beim Impfen an die Reihe kommen. Die nächsten Möglichkeiten gibt es erst wieder im März. Gebucht werden können Termine mittlerweile bis zur ersten Aprilwoche.

Senioren überfordert

Auch auf der Online-Plattform kämpft die KV nach eigenen Angaben noch mit technischen Problemen. Am Montag hatte es 2,5 Millionen Zugriffe gegeben – pro Stunde. Die Server waren völlig überlastet.

Aber auch wer durchkommt, hat seine liebe Not. Der Klick auf Termine, die im Impfzentrum Recklinghausen angeblich noch verfügbar sind, wird häufig mit dem Hinweis „Slot schon vergeben“ oder „Termin ist schon gebucht“ quittiert. Da kommen selbst computererfahrene Zeitgenossen ins Grübeln. Menschen über 80 mit keiner oder wenig digitaler Kompetenz müssen sich heillos überfordert fühlen, sofern sie keine Hilfestellung erhalten.

Über 70-Jährige in der nächsten Impfrunde

Ob die nächste Impfrunde – dann sind die über 70-Jährigen an der Reihe – genau so chaotisch abläuft? „Wir werden aus den Erfahrungen lernen“, sagt KV-Sprecherin Achtermann. Denkbar sei etwa bei der Anmeldung eine Staffelung nach Jahrgängen, damit nicht alle gleichzeitig anrufen.

Allerdings gibt es nicht nur Unzufriedenheit und Beschwerden im Zusammenhang mit der Terminvergabe. Unsere Leserin Margret Paweska (81) aus Recklinghausen hat sich zum Beispiel mit folgenden Worten an die Redaktion gewandt: „Ich habe telefonisch problemlos einen Impftermin für mich, meinen Mann, meine Schwester und meinen Schwager bekommen. Ich bin sehr zufrieden. Es ist nicht alles negativ. Das finde ich wichtig, dass das auch mal gesagt wird.“

Eine Impfung ist nach wie vor nur mit Termin möglich. Impftermine für alle Bürger ab 80 Jahre gibt es online unter www.116117.de oder telefonisch unter 0800 / 116 117 02. Es sollte immer direkt ein weiterer Termin für die zweite Schutzimpfung vereinbart werden.

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