Der Hertener Andreas Weidner hat die Chekko-App zur Kontaktdaten-Erfassung entwickelt. © Meike Holz

Eine „Corona-App“ aus dem Kreis Recklinghausen

Die Corona-App „Luca“ ist nicht zuletzt wegen Smudo von den Fantastischen Vier in aller Munde. Jetzt gibt es eine App für die Kontaktnachverfolgung auch aus dem Kreis Recklinghausen. Chekko heißt sie.

Zahlreiche Politiker dringen auf eine einheitliche App zur Kontaktnachverfolgung beim Thema Corona. In puncto Marketing macht dem Rapper Smudo und dessen App „Luca“ derzeit niemand etwas vor. Dabei gibt es bereits zahlreiche Apps mit ähnlichen Funktionen – allerdings nicht unterstützt mit dem Promibonus eines Smudo. „Auch technisch ist eine einheitliche Lösung gar nicht notwendig“, sagt der Hertener Unternehmer Andreas Weidner.

Der Diplom-Ingenieur hat bereits im März des vergangenen Jahres für seine Event-Location „Schwarzkaue“ auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Schlägel & Eisen eine eigene App programmieren lassen. Bei „Chekko“, die unter anderem von zahlreichen Sportvereinen oder auch dem Aquapark in Oberhausen samt angeschlossenem Biergarten genutzt wird, lag dem 52-Jährigen vor allem der Datenschutz am Herzen: „Unserer Meinung nach darf eine Verknüpfung verschiedener Bewegungsdaten ausschließlich durch die Gesundheitsämter erfolgen. Eine Verknüpfung innerhalb der App-Datenbank ist nicht zwingend.“

Übertragung an Sormas ist kein Problem

Zudem können Daten an „Sormas“, also an die behördliche Software zur Kontaktnachverfolgung, prob-lemlos exportiert werden.

Aktuell, so der Familienvater, sei man mit zahlreichen Interessenten im Gespräch – Staatssekretäre gehörten genauso dazu wie potenzielle Kunden. Auch mit dem Kreisgesundheitsamt Recklinghausen und Landrat Bodo Klimpel wolle man in Kontakt treten.

Das Chekko-Prinzip ist recht simpel. Jeder User installiert sich die App aus dem Google-Play- oder dem Apple-Store auf seinem Smartphone. Bei Bedarf können auch Familienmitglieder eingecheckt werden. Die Kontaktdaten werden an einen zertifizierten Server in Deutschland anonym übertragen. Eine Weiterverarbeitung durch Dritte gibt es nicht. „Und natürlich werden die Daten fristgerecht wieder gelöscht. Das sollte selbstverständlich sein“, sagt Andreas Weidner. Aber natürlich werde niemand gezwungen, seine Daten per App zu registrieren. Nach wie vor bestünde die Möglichkeit, sich handschriftlich in Listen einzutragen. Weidner: „Das muss auch so bleiben. Schließlich gibt es Menschen, die gar kein Smartphone besitzen.“

Sportvereine setzten bereits drauf

Sportvereine setzen bereits auf die App, weil unter anderem ein Buchungsnummernsystem integriert ist. Damit kann recht simpel eine gewünschte Anzahl von kryptischen Buchungsnummern generiert werden. Diese sind nur am Spieltag gültig. Die jeweilige Nummer muss der Besucher am Tag des Events in die App eingeben. So wird ein QR-Code erzeugt, der alle Kontaktdaten und die Zugangsberechtigung enthält. Beim Eintritt wird dies gecheckt und autorisiert. Der gesamte Prozess läuft erneut anonym ab. Auch Krankenhaus- oder Pflegeheimbesuche könnten so organisiert werden.

Corona-Testergebnisse mit der App verbinden

„Aus diesem Grund sind wir derzeit dabei, Corona-Testergebnisse mit der App zu verbinden. Diese müssen natürlich neutral bezeugt werden“, verrät der Diplom-Ingenieur. Ein Szenario könnte sein, dass die Selbsttests von vertrauenswürdigen Institutionen wie z. B. dem DRK, THW, Kirchen oder Sportvereinen betreut würden und das Testergebnis einem anonymen Code zuzuordnen wäre. So würde über die App dokumentiert, dass niemand daheim Schindluder mit dem Selbsttest betreibt. Zudem könnte damit ein Mehrfachtesten pro Tag ausfallen, wenn ich vielleicht nach einem Museumsbesuch später noch im Restaurant einkehre will.

Bliebe noch die Frage nach den Kosten. „Die App ist kostenlos, für Gäste genauso wie für den Betreiber“, verspricht Andreas Weidner.

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Redaktionsleiter CvD/ Online