Ab dem 25. Januar nimmt das Impfzentrum in Dülmen seinen Betrieb auf. © dpa
Coronavirus

Corona: Impfzentrum überrannt – bis 23 Uhr wurde durchgeimpft

Lange Warteschlangen gab es am Mittwoch vor dem Impfzentrum des Kreises. Warum die Helfer bis 23 Uhr durchimpfen mussten, erklärt der Leiter des Impfzentrums, Jochen Konst.

„Verschiedene Faktoren zusammen, die wir so nicht vorhersehen konnten,“ führten laut Jochen Konst, Leiter des Impfzentrums, am Mittwoch dazu, dass es zu Warteschlangen vor dem Impfzentrum des Kreises Wesel an der Niederrheinhalle in Wesel kam.

Der Arzt der Kassenärztlichen Vereinigung, der die Erstimpfung des Pflegepersonals der Senioreneinrichtung St. Christopherus in Voerde, das in der vergangenen Woche durch ein Feuer stark beschädigt wurde, vorgenommen hatte, hatte die über 100 Mitarbeitenden am Mittwoch zum Impfzentrum geschickt.

Deren Zweitimpfung stand nun an und konnte nicht verschoben werden. „Leider,“ so Konst, „wurde das Impfzentrum hierüber nicht im Vorfeld informiert, so dass innerhalb von zwei Stunden über 100 Leute zusätzlich außerplanmäßig vor der Tür standen.“

AstraZeneca-Impfstoff kam zum Einsatz

Darüber hinaus startete am Mittwoch die Impfung des Rettungsdienstpersonals mit dem AstraZeneca-Impfstoff in der Niederrheinhalle. Hierfür hatte das Impfzentrum extra eine eigene Impfstraße eröffnet und rund 130 Personen verbindlich zur Impfung eingeladen.

„Leider haben sich auch viele der Ü-80-jährigen, die einen Termin hatten, in die Schlange des Rettungspersonals eingereiht. Da viele der über 80-jährigen außerdem tendenziell mit einem großen Zeitpuffer zum Impfzentrum kommen, hat es eine Weile gedauert, bis wir die Schlangen und damit auch die Situation entzerren konnten,“ so Konst weiter.

Impfstoff-Reserven gebildet

Trotzdem konnten am Mittwoch alle Personen, die durch die Kassenärztliche Vereinigung zum Impfzentrum geschickt worden waren, einen Termin hatten oder zum eingeladenen Rettungspersonal gehörten, geimpft werden. Konst nennt als Grund das solide Impfstoff-Management des Impfzentrums: Chargen, die bei den Impfungen in Pflegeeinrichtungen nicht angebrochen werden – bekanntlich lassen sich häufig mehr als die vorgesehenen Dosen herstellen – werden zurück ins Impfzentrum gebracht, wo sie sachgerecht und gekühlt bis zur Verimpfung gelagert werden.

„Aufgrund der gestrigen Situation haben wir die Öffnungszeiten des Impfzentrums spontan bis 23 Uhr verlängert, um alle Anwesenden zu impfen. Wir werden die nun gemachten Erfahrungen in unsere Strategie beim Betrieb des Impfzentrums einfließen lassen,“ so Konst.

Die SPD im Kreis hat unterdessen ihre Forderung erneuert, dass ein zweites Impfzentrum auf der linken Rheinseite im Kreis Wesel notwendig sei – dies wurde kürzlich vom Land abgelehnt. Wenn die Impfstoffmenge erhöht werde, könne eine schnelle Durchimpfung der Bevölkerung nur so gewährleistet werden.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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