Auf betrügerische Schädlingsbekämpfer sind zwei Senioren reingefallen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Polizei

Betrügerische Schädlingsbekämpfer zocken Senioren mit fieser Masche ab

Mehr als das Zehnfache der abgesprochenen Kosten haben betrügerische Schädlingsbekämpfer zwei Senioren abgenommen. So funktionierte die fiese Masche.

Aufgrund von Wespennestern im Dachgeschoss hatten die beiden Senioren in Dinslaken laut Polizei im Internet eine Firma zur Schädlingsbekämpfung gesucht und kontaktiert. Die Schädlingsbekämpfer rückten an und im Vorfeld wurde ein Entgelt von 80 bis 150 Euro vereinbart.

Als Rechnung präsentierten die Ganoven dann aber einen Betrag von 543 Euro und begründeten dies mit deutlich höherem Arbeitsaufwand. Und damit nicht genug! Bei der Bezahlung mit einem tragbaren EC-Gerät tippten die Ganoven dann 1.543 Euro ein und überrumpelten die 76-jährige Dinslakenerin mit einem Trick, die Transaktion zu genehmigen.

Recherchen zur Firma seien bis jetzt erfolglos geblieben, so die Polizei am Donnerstag, die die Ermittlungen aufgenommen hat.

Polizei gibt Tipps

Die Polizei warnt vor unseriösen Handwerkern, die die Notlagen und die Hilflosigkeit von Menschen finanziell ausnutzen und unter anderem als Rohrreiniger, Schlüsseldienste und Schädigungsbekämpfer unterwegs seien. „Oft werden für ihre unfachmännisch durchgeführten Leistungen völlig überhöhte Preise verlangt. Die Kunden werden teilweise unter Druck gesetzt und zur sofortigen Bezahlung gedrängt.“

Sie rät Kunden: „Vergleichen Sie die Preise und schreiben Sie sich die Nummern für wichtige Notdienste wie Schlüsseldienste oder Rohrreiniger auf. Seien Sie bei der Internetsuche kritisch. Viele unseriöse Anbieter landen mit gekauften Anzeigen weit oben bei den Suchergebnissen. Verschaffen Sie sich über die Internetseiten der Betriebe einen ersten Eindruck.“

Am Telefon kritisch nachfragen!

Vorsichtig solle man auch bei Einträgen in regionalen Telefonbüchern sein. Diese „sind nicht immer ein Hinweis auf eine Firma aus der Nähe. Mit Ortsvorwahlen gaukeln Anbieter Nähe vor. Fragen Sie am Telefon nach dem genauen Sitz der Firma!“, so die Polizei.

Im Vorfeld solle man sich gut über die ausgewählte Firma informieren. „Fragen Sie konkret nach dem Firmensitz und möglichen Anfahrtskosten. Vereinbaren Sie einen festen Preis für die von Ihnen geschilderte Leistung“, rät die Polizei.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
Zur Autorenseite
Berthold Fehmer
Lesen Sie jetzt