Ein Autokorso von Impfgegnern ist am Dienstag (23.3.) erneut durch Dortmund gezogen. © Oliver Schaper
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Zwei Festnahmen bei Querdenken-Autokorso in Dortmund

Ein Demo-Autokorso von Coronaschutz- und Impfgegnern ist am Dienstag erneut durch Dortmund gerollt. Unter anderem führte ihr Weg über den Wall - dabei ist es auch zu zwei Festnahmen gekommen.

Wieder haben die Coronaschutz- und Impfgegner von „Querdenken 231“ einen Autokorso in Dortmund geplant. Am Dienstag (23. März) versammelten sie sich ab 18 Uhr auf einem Parkplatz, zwischen Westfalenpark, Westfalenhallen, Stadion und der U-Bahn-Station Remydamm.

Von dort aus sollte die Route nach ersten Erkenntnissen über die Ardeystraße, die Hohe Straße, den Südwall und die Ruhrallee führen. Somit sollte der Autokorso den Wall nur in Teilen betreffen.

Doch nachdem sich der Tross von rund 50 Fahrzeugen gegen 19.10 Uhr in Bewegung gesetzt hatte, führte sein Weg über den ganzen Wall und dann auch noch eine größere Schleife am Rombergpark vorbei. Nach Polizeiangaben fuhren 47 Pkw und 2 Krafträder mit.

Zwei Gegendemonstranten festgenommen

Auch Gegendemonstranten waren auf Fahrrädern und zu Fuß unterwegs. Vereinzelt waren sie am Straßenrand zu beobachten, wie sie pfiffen oder „verpisst euch!“ in Richtung des Autokorsos riefen. Zu Blockaden oder Störungen kam es allerdings nicht – die Polizei sprach von einer „weitestgehend störungsfreien“ Demo.

Auf Höhe des Dortmunder Hauptbahnhofs ist es dann allerdings zu zwei Festnahmen von Gegendemonstranten gekommen, wie Polizeisprecherin Amanda Nottenkemper auf Anfrage am Abend berichtete. Zwei Personen hätten „versucht den Verlauf der Demonstration zu stören“.

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Impfgegner-Autokorso zieht durch Dortmund

Polizisten hätten mit ihnen gesprochen und im Zuge dessen einen Platzverweis gegen einen 19-jährigen Dortmunder erteilt. Ein 26-Jähriger aus Ahaus habe daraufhin versucht den Dortmunder zu befreien. Dabei seien zwei Polizeibeamte leicht verletzt worden – blieben nach ambulanter Versorgung aber im Dienst. Die Polizei nahm beide Gegendemonstranten in Gewahrsam.

Die Polizei leitete Strafverfahren wegen tätlichen Angriffs und Beleidigung ein. „Es wird in dem Zusammenhang auch eine mögliche Gefangenenbefreiung geprüft“, heißt es zudem von der Polizei.

Ein weiteres Strafverfahren sei gegen eine 24-jährige Dortmunderin eingeleitet worden – sie soll eine Polizistin beleidigt haben.

Trotz längerer Strecke war der Autokorso erneut recht schnell unterwegs: Viele der Botschaften, die „Querdenken“ verbreiten wollte, blieben deshalb wohl auch unbeachtet. Aus Lautsprecherwagen war vereinzelt die bekannten Verschwörungserzählungen zu hören, die sich gegen Regierung und Impfungen richteten.

Gegen 20.40 Uhr war die Demonstration nach der Rückkehr am Ausgangspunkt am Remydamm beendet.

„Es wird knallen“

Zuletzt gab es bei Impfgegner-Demos einiges zu beanstanden für die Polizei. Nach den Zwischenfällen und Ausschreitungen von Kassel hatte die Dortmunder Polizei eine Kundgebung von Impfgegnern in der Nordstadt am Sonntag (21. März) verboten. Auch spontane Folge-Demos wurden untersagt.

Laut Michael Schele, einem der Organisatoren der Querdenken-Demos in Dortmund und Umgebung, werde es so lange Autokorsos geben, bis sich etwas verändere.

Eine Standkundgebung sei nach der verbotenen Versammlung am Sonntag auch geplant. Aber die wird wohl noch nicht in naher Zukunft stattfinden – denn Querdenken plane, eine größere Versammlung aufzuziehen. „Es wird knallen“, kündigt Schele an.

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Baujahr 1993, gebürtig aus Hamm. Nach dem Germanistik- und Geschichtsstudium in Düsseldorf und dem Volontariat bei Lensing Media in der Stadtredaktion Dortmund gelandet. Eine gesunde Portion Neugier und die Begeisterung zum Spiel mit Worten führten zum Journalismus.
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Wilco Ruhland
Freier Mitarbeiter
1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
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