Zoo-Giraffe Zikomo nimmt die Aufmerksamkeit von Zoolotse Marcel Stawinoga gern an. © Gaby Kolle
Zoo Dortmund

Zoos schlagen Alarm: Ist auch der Dortmunder Zoo in Gefahr?

Der Verband Zoologischer Gärten (VdZ) fordert die Bundeskanzlerin in einem offenen Brief auf, ein „nationales Hilfsprogramm“ für Zoos zu starten. Ist auch Dortmunds Zoo in finanzieller Not?

Vielerorts kämpfen Selbstständige, Unternehmen und Arbeitnehmer ums Überleben. Die Pandemie und die Einschränkungen treffen viele Menschen finanziell hart. Auch der Verband Zoologischer Gärten (VdZ) schlägt Alarm.

In einem offenen Brief an Kanzlerin Angela Merkel machte die Interessenvertretung auf die Notlage in Zoos und Tierparks aufmerksam. Die Rücklagen der meisten Zoos seien nach diesem Winter aufgebraucht. Für die Tiere und die Mitarbeiter könne diese Entwicklung bedrohliche Auswirkungen haben.

Trotz Besuchsverbot müssten die Tiere durch Tierärzte und Pfleger weiterhin versorgt werden. Doch die wichtigen Einnahmen durch die Ticketverkäufe fielen vielerorts weg.

Auch der Dortmunder Zoo war vom 17. März bis zum 7. Mai 2020 sowie vom 2. November 2020 bis zum 9. März 2021 geschlossen; und so wie es aussieht, wird er auch ab 19. April wieder schließen müssen. Auf Anfrage der Redaktion bestätigt Stadtsprecherin Anke Widow, dass der Zoo sich vor allem durch die Ticketverkäufe finanziere.

Für 2020 rechnet der Zoo mit einem Millionen-Verlust

„Im Jahr 2019 nahm der Zoo Dortmund rund 2.548.000 Euro ein“, teilt Anke Widow mit. Fast eine halbe Million Besucher zählte der Zoo in dem Jahr.

Doch für das zurückliegende Wirtschaftsjahr 2020 erwartet die Stadt für den Zoo einen Verlust von fast einer Million Euro. Nur „rund 1.768.000 Euro“ habe der Zoo 2020 Jahr eingenommen. Rund 312.000 Leute kauften eine Eintrittskarte, um die etwa 1500 Tiere zu sehen.

Sind nun Arbeitsplätze und das Wohl der Tiere in Gefahr? „Selbstverständlich sorgt die Stadt Dortmund dafür, dass alle Voraussetzungen zur Versorgung der Tiere im Zoo sichergestellt sind und bleiben“, versichert Anke Widow.

Der Zoo ist eine Einrichtung der städtischen Sport- und Freizeitbetriebe, also der Stadt. Die Kosten für den Unterhalt des Zoos werden durch das städtische Haushaltsbudget gedeckt.

„Niemand kann einen Blick in die Zukunft tun“

Es sei „selbstverständlich das Ziel der Stadt […], alle ihre Angebote und Leistungen auch über diese Pandemie-Einschränkungen hinweg zu erhalten.“ Die Stadtsprecherin sagt aber auch: „Niemand kann einen Blick in die Zukunft tun, daher ist das der aktuelle Stand der Dinge.“

In dem offenen Brief des VdZ fordert der Verband, ein Hilfsprogramm auch für Zoos in kommunaler Trägerschaft. Die Kommunen selbst seien oft nicht in der Lage, die finanziellen Ausfälle zu begleichen.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
Zur Autorenseite
Avatar

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.