Zoff um Straßenfeste: Sind 3000 Euro Zuschuss gerechtfertigt?

dzQuartiersmanagement Westerfilde

Für das Westerfilder Sommerfest 2020 gibt es eine Finanzierungslücke. 3000 Euro fehlen dem Quartiersmanagement. Die Zuschussgenehmigung will gut überlegt sein.

Westerfilde, Nette

, 06.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Westerfilder Sommerfest ist zweifellos ein Erfolg. Zum fünften Mal fand es im Juni statt. 50 Stände reihten sich auf der Westerfilder Straße aneinander. 8000 Besucher kamen nach Angaben der Organisatoren auf die Festmeile.

Je größer das Fest in den vergangenen Jahren wurde, desto höher wurden auch die Auflagen und die Kosten. Für 2020 fehlen nun 3000 Euro. Das war Anlass für eine Anfrage auf Bezuschussung des Sommerfestes durch die Bezirksvertretung.

Die Mengeder Politiker mochten das Ansinnen aber nicht einfach so durchwinken – bei allen Argumenten, die Juliane Hagen und Stefanie Gerszewski vom Quartiersmanagement in der Einwohnerfragestunde am Mittwoch (30.10.) vortrugen.

Gebühren fressen die Zuschüsse für Straßenfest auf

„Fast alle Vereine und Organisationen sind vertreten und präsentieren ihre Arbeit“, warb Juliane Hagen. Sie verwies auf einen „starken lokalen Bezug“, eine hohe Identifikation und die Strahlkraft des Straßenfestes. „Es schließt eine wichtige Lücke in der Kulturlandschaft.“ Auf 13.000 Euro rechnen die Quartiersmanagerinnen die Kosten hoch. Es fehlen 3000 Euro – trotz Zuwendungen der Banken, der Stiftung Profiliis und eines Zuschusses aus dem Quartiersfonds.

Zoff um Straßenfeste: Sind 3000 Euro Zuschuss gerechtfertigt?

Schon zum 14. Mal fand am 28. September das Wodanstraßenfest in Nette statt. Es begann traditionell mit dem Faßanstich. © Stephan Schütze (Archiv)

Alle Argumente der Westerfilder Organisatoren treffen auch auf das Wodanstraßenfest zu. Das verdeutlichte die Diskussion. „Die Gebühren für das Wodanstraßenfest fressen die Zuschüsse des Stadtbezirksmarketings auf“, erklärte Detlef Adam (SPD). Adam ist einer der Organisatoren des Netter Straßenfestes. 20 Vereine und Organisationen machten bei der 14. Auflage am 28. September mit. Tausende Besucher feierten auf der ehemaligen Geschäftsmeile. Der Zuschuss dort: 500 Euro.

Zweifel, ob Händler beim Straßenfest mitmachen

SPD-Fraktionssprecherin Sylvia Dettke verwies auf die Eigenmittel, die die Beteiligten des Wodanstraßenfestes bei Defiziten zusteuern. Das Westerfilder Quartiersmanagement solle Händler und Akteure einbinden, schlug sie vor.

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„Die Händler stemmen das nicht“, entgegnete Juliane Hagen. Seit drei Jahren gebe es keinen verkaufsoffenen Sonntag mehr. Das Fest finde deswegen an einem Samstag statt. Stefanie Gerszewski verwies darauf, dass Mittel aus dem Stadtteilfonds absehbar auslaufen. Diese Zuschüsse dürften zudem nicht für eine Regelförderung verwendet werden.

Wiedervorlage im November

Isabella Knappmann (Grüne) schlug ein Treffen mit „Akteuren und Finanzgebern“ vor. Andreas Flur (CDU) lobte die „schöne Veranstaltung“, sagte aber: „Wir haben auch andere Straßenfeste und müssen gucken, wie wir alle Wünsche erfüllen können.“

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Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch erklärte: „Wenn wir 3000 Euro zur Verfügung stellen würden, löst das Gedankenspiele aus.“ Detlef Adam bestätigte das umgehend: „Wenn das Westerfilder Straßenfest mit 3000 Euro bezuschusst wird, werden wir das für das Wodanstraßenfest auch beantragen.“

Die Fraktionen beraten nun. In der November-Sitzung diskutieren die Bezirksvertreter weiter.

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