Zittern bei T-Systems

DORTMUND Immer wieder böse Überraschungen gibt es für die Mitarbeiter der Telekom. Jetzt drohen erstmals sogar betriebsbedingte Kündigungen bei dem IT-Dienstleister T-Systems. In der Dortmunder Niederlassung an der Hohen Straße beunruhigen die jüngsten Verlautbarungen aus dem Konzern rund 230 Mitarbeiter

von Von Bettina Kiwitt

, 24.07.2008, 20:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei der Telekom drohen Kündigungen.

Bei der Telekom drohen Kündigungen.

"Die Ankündigung der betriebsbedingten Kündigungen hat uns völlig überrascht“, sagt der örtliche verdi-Sekretär Otmar Dürotin. Kündigungen seien bisher bei den Verhandlungen gar kein Thema gewesen, es gebe auch überhaupt keine Notwendigkeit dafür. Bereits im März hatte T-Systems-Chef Reinhard Clemens angekündigt, pro Jahr weltweit bis zu 4000 Stellen streichen zu wollen. „Wir haben noch keine Zahlen, die auf den Standort heruntergebrochen sind“, stochert Dürotin noch im Nebel. Hälfte der Arbeitsplätze abgebaut Bisher sei es in den Verhandlungen aber darum gegangen, den Arbeitsplatzabbau sozialverträglich zu gestalten, von betriebsbedingten Kündigungen sei keine Rede gewesen. Ein neues Abfindungsprogramm sollte die T-Systems-Beschäftigten entschädigen. Aber auch ohne betriebsbedingte Kündigungen habe die Telekom im hiesigen Raum in den vergangenen zehn, elf Jahren rund die Hälfte der Arbeitsplätze abgebaut. „Und Schritt für Schritt soll das so weitergehen“, ist Dürotins Befürchtung. Er erwarte, dass sich endlich mal die heimischen Politiker, insbesondere die Bundestagsabgeordneten, um das Thema kümmerten. Denn immerhin sei der Bund der größte Eigentümer an der Telekom. Es müsse also gar keine „Heuschrecke“ kommen, damit es zum Schlimmsten komme.18 Mal umstrukturiert Darüber hinaus müsse der ständige Umbau des Telekom-Konzerns endlich aufhören. 18 Mal habe es in den vergangenen zehn Jahren große Umstrukturierungen gegeben. „Die internen Telefonbücher sind schon überholt, wenn sie gedruckt sind. Das ist unsäglich“. Zum Standort Dortmund war aus Sicht von T-Systems nichts in Erfahrung zu bringen.

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