Das Erdbeerfeld in Mengede ist eines von mehreren großen Baugebieten in Dortmund. Der Bedarf nach neuen Wohnungen ist weiterhin groß. © Hans Blossey
Neun-Monats-Bilanz

Ziel verfehlt: Deutlich weniger Baugenehmigungen in Dortmund

Mehr Wohnungen bauen ist großes Ziel der Dortmunder Politik. In diesem Jahr hinkt man dem Plan, 2000 neue Wohnungen zu bauen, aber weit hinterher. Das zeigt die Zahl der Baugenehmigungen.

Den Wohnungsbau weiter anzukurbeln, war ein Versprechen fast aller Kandidaten im Kommunalwahlkampf. Auch die Verwaltung hat schon vor Jahren das Ziel ausgegeben, mindestens 2000 neue Wohnungsneubauten pro Jahr zu erreichen.

Doch das scheint in diesem Jahr nicht zu klappen: Nach der aktuellen Statistik von IT.NRW ging die Zahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr um 23,5 Prozent zurück – während es landesweit ein Plus von 11,5 Prozent gab.

Spitzenwert nicht zu erreichen

Statt 1567 Wohnungen wie von Januar bis September 2019 registrierten die Statistiker jetzt 1199 neu genehmigte Wohnungen. Mit Blick auf diese Zahlen dürfte fraglich sein, ob in den noch verbleibenden drei Monaten des Jahres die Lücke bis zu den erhofften 2000 neuen Wohnungen noch erreicht werden kann.

Das sieht man wohl auch bei der Verwaltung so, warnt aber vor einer zu frühen Beurteilung. Man sollte das Jahresergebnis 2020 erst im Frühjahr 2021 bewerten, wenn die komplette Jahresbilanz vorliegt, heißt es aus der Planungsverwaltung. In den vergangenen Jahren habe es langfristig betrachtet eine Zunahme bei der Zahl der genehmigten Wohnungen gegeben. Schwankungen seien dabei aber normal.

Im gesamten Jahr 2019 gab es am Ende 1881 genehmigte Wohnungsneubauten – gut 500 mehr als 2015. Damit wurde das 2000er-Ziel fast erreicht. „Auch wenn wir in 2020 den Spitzenwert aus 2019 nicht erreichen, werden wir mit rund 1500 bis 1600 Genehmigungen aber im Normalbereich liegen“, heißt es jetzt aus der Verwaltung.

Videokonferenz mit Oberbürgermeister

Auf jeden Fall wird deutlich, dass der Wohnungsbau weiter Anschub braucht – auch aus der Politik. Oberbürgermeister Thomas Westphal kündigte zuletzt an, sein Wahlversprechen, die Wohnungspolitik zur Chefsache zu machen, einlösen zu wollen. Schon in seiner ersten Arbeitswoche fand deshalb eine Videokonferenz mit den Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Dortmunder Wohnungsunternehmen statt.

Um das Ziel zu erreichen, „die Wohnungen genau in der Stärke, die wir brauchen“, auch tatsächlich bauen zu können, sei eine gemeinsame Kraftanstrengung nötig“, erklärte Westphal.

Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen nannte Franz-Bernd Große-Wilde, der auch Vorstandsvorsitzender des Spar- und Bauvereins ist, den Wunsch, noch stärker in die Planungen der Stadt für konkrete Flächen einbezogen zu werden.

Verabredet wurde, einen strategischen Lenkungskreis zum Wohnungsmarkt zu bilden. Sein Ziel bleibe, 20.000 neue Wohnungen in den nächsten zehn Jahren zu bauen, sagte Westphal. „Dem Ziel werden wir jetzt Stück für Stück näher kommen.“ In diesem Jahr allerdings nicht.

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Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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