Zeit zum Einkaufen buchen - ohne andere Kunden und große Coronagefahr

dz„Ideeco“

Claudia Ost geht es gerade so wie vielen anderen Gewerbetreibenden auch: Sie macht sich große Sorgen, wie es weitergehen soll. Eine Idee soll helfen, dass ihre Kunden vor Corona sicher sind.

Bittermark

, 30.10.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fünf Jahre ist es her, dass Claudia Ost ihr Geschäft an der Olpketalstraße 48 eröffnet hat. Dass es wirtschaftlich nicht immer leicht sein würde, hat sie, die eigentlich als Dekorateurin und Schaugewerbegestalterin arbeitet, gewusst. Aber das es so kommt, wie es jetzt gekommen ist, darauf konnte sie sich, wie viele andere auch, nicht vorbereiten.

In ihrem eigentlichen Beruf gibt es wegen Corona schon lange nichts mehr zu tun. Also kümmert sich Ost verstärkt um ihr Deko-Geschäft in der Bittermark. Aber um das macht sie sich inzwischen auch große Sorgen. Und hat nun eine Idee, die es den Kunden trotz Corona möglich machen soll, stressfrei einkaufen und damit ihr und ihren beiden Angestellten zu helfen, wirtschaftlich zu überleben.

„Private Shopping“ nach telefonischer Voranmeldung

Claudia Ost bietet neben den üblichen Corona-Bedingungen beim Einkaufen ein „Private Shopping“ an, wie sie das nennt. Heißt: Kunden können anrufen, und ihr privates Zeitfenster zum Einkaufen und Stöbern buchen. „Sie sind dann mit mir ganz alleine im Geschäft“, sagt Ost.

So funktioniert die Anmelung

Zeitfenster zum Einkaufen und Bestellungen für Tannenbäume kann man per Telefon unter 0173/27 07 007 anmelden.

Dass das funktioniert, das hat Claudia Ost bereits im Frühjahr feststellen können. Damals – als die erste Corona-Welle Deutschland überrollte. Nun also auch jetzt im Herbst. Ein Glücksfall für sie und ihr Team ist der überdachte Außenbereich. Da haben hohe mit Corona verseuchte Aerosolkonzentrationen kaum eine Chance.

Hier an der Olpketalstraße in der Senke hat Claudia Ost ihr Geschäft (l.)

Hier an der Olpketalstraße in der Senke hat Claudia Ost ihr Geschäft (l.) © Britta Linnhoff

Der Außenbereich vorne zur Straße raus liegt in einer kleinen Senke. „Viele Nachbarn aus den umliegenden Straßen kommen auch jetzt noch und haben uns bisher nicht als Geschäft wahrgenommen“, erzählt Claudia Ost. „Wenn sie dann kommen, berichten sie, sie hätten geglaubt, wir hätten unseren Vorgarten besonders hübsch hergerichtet“.

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Andere Kunden sind Stammgäste. Auch aus dem benachbarten Augustinum kämen viele. Das betrifft auch den bevorstehenden Weihnachtsbaumverkauf. Lange hat Claudia Ost überlegt, ob sie die Bäume in diesem Jahr überhaupt kaufen soll - und hat sich dafür entschieden. Sie und ihr Team werden also auch in diesem Jahr wieder ins Sauerland nach Kirchhundem fahren und dort die Bäume aussuchen, ganz gezielt nach den Wünschen der Kunden. Bestellen kann man übrigens ab sofort. Die Bäume muss man nicht abholen, sie werden geliefert.

Ost hofft, dass sie ihr eine Geschäftschließung aufgrund der Verordnungen erspart bleibt. „Wenn ein totaler Lockdown kommt, dann werde ich verrückt“, sagt Ost. Aber, so sagt sie, sie wolle nicht jammern, jeder habe schließlich irgendwie zu kämpfen. Aber vielleicht, so sagt sie, hätten die Leute ja Lust, sich etwas zu gönnen von ihrem „Krimskrams“ und Dekorativem im Geschäft.

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